LEICA M-Objektive an der NIKON Z7

Praxisbericht: LEICA M-Objektive an der NIKON Z7

Praxistest und Erfahrungsbericht: 4 LEICA M und ZEISS ZM Objektive an der NIKON Z7, Foto: bonnescape.de

Kann man LEICA- und ZEISS-Objektive mit M-Anschluss, die eigentlich für Messsucher-Kameras gedacht sind, an die neuen spiegellosen Kameras von NIKON adaptieren? Und macht das überhaupt Sinn? Immerhin steht für die Kameras der Z-Serie eine große Auswahl von Z- und F-Objektiven zur Verfügung. Antworten dazu liefert der folgende Erfahrungsbericht:

M-Objektive adaptieren

Soviel vorweg: Ja, das geht. Das geringe Auflagemaß von NIKON's Z-Kameras erleichtert die Adaptierung von Fremdobjektiven und da ist es keine Überraschung, dass Hersteller wie NOVOFLEX und diverse Anbieter aus Fernost bereits passende Adapter dafür anbieten. Auch für das M-Bajonett, mit einer rein mechanischen Verbindung zur Kamera. Logisch, M-Objektive sind ja ebenfalls frei von Elektronik. Ich habe vor einiger Zeit einen preiswerten Adapter der Marke OCAMO erstanden, der kameraseitig gut passt und offensichtlich auch die richtige Bautiefe hat. Jedenfalls fokussieren die M-Objektive damit beim Anschlag des Entfernungsrings präzise auf Unendlich. Weniger gut gelöst ist die objektivseitige Verriegelung, bei der man Kraft aufwenden muss, um das angesetzte Objektiv wieder zu befreien. Das kann aber auch ein Vorteil sein. Jedenfalls kann ich mir kaum vorstellen, dass sich da mal was selbstständig macht und Richtung Schwerkraft verabschiedet. Nutzt man die Objektive nur an der Z, könnte man für wenig Geld jedes Objektiv mit einem eigenen Adapter ausstatten und diesen einfach dran lassen. Dann fehlt nur noch ein passender Objektivdeckel, den man aber auch sehr preiswert bekommt.

Praxistest ZEISS ZM und LEICA M Objektive an der NIKON Z7 Z6, Ocamo-Adapterring. Foto bonnescape.de

Oben: Der OCAMO-Adapter L/M-Nik Z schafft eine stabile Verbindung zwischen M-Objektiv und NIKON Z. Das Öffnen der Verriegelung mit dem zylinderförmigen Knöpfchen ist bei meinem Exemplar allerdings zu schwergängig.

MF versus AF?

Nein, die Diskussion "Manuelles Scharfstellen gegen Autofokus" möchte ich hier nicht führen. Ich setze beide Methoden sehr gerne ein und beide haben ihre Vorteile. Viel interessanter ist die Überlegung, warum man M-Objektive adaptieren sollte, wenn man mit dem elektronisch unterstützten FTZ-Adapter von NIKON doch Zugriff auf derart viele F-Objektive hat, sowohl mit Autofokus als auch solche mit manueller Scharfstellung.

Dass eine Adaptierung von M-Objektiven im Hinblick auf die Bildqualität Sinn macht, werden wir unten bei den Praxisbeispielen sehen. Zunächst machen aber Größe und Gewicht einen Unterschied. Meine M-Objektive sind deutlich kompakter gebaut, passen damit gut zu den geringeren Abmessungen der spiegellosen Kamera und verlagern den Schwerpunkt nicht so weit nach vorn wie ein Konstrukt aus FTZ-Adapter und NIKON-Objektiv. Der ergonomisch ausgeformte Handgriff der Kamera gibt mir einen sicheren Grip mit der rechten Hand. Das erleichtert das manuelle Fokussieren mit der linken Hand. Zumal, wenn der Fokussierring schmal ist und der Drehweg lang, wie es bei M-Objektiven häufig der Fall ist. 

Manuelles Scharfstellen mit der Z7

Das manuelle Scharfstellen empfinde ich mit der Z7 als Vergnügen. Darüber habe ich in Verbindung mit den PC-E Nikkoren ja schon in meinem Test berichtet. Das brillante, hochauflösende Sucherbild hilft beim Fokussieren und mit Zuschalten der Lupenansicht, die ich auf die ergonomisch günstig positionierte AF-ON-Taste gelegt habe, ist ein sehr präzises Arbeiten möglich. Die Lupe kann im Menü auf 50%, 100% oder 200% Vergrößerung voreingestellt werden und springt immer da hin, wo sich das AF-Messfeld gerade befindet. Also ist es möglich, den schärferelevanten Bildbereich vorzuwählen. Zusätzlich kann man in der Lupenansicht mit den Pfeiltasten durch das Bild wandern, wobei der aktuelle Ausschnitt in einer eingeblendeten Miniaturansicht angezeigt wird, damit man sich besser zurechtfindet. Für diejenigen unter euch, die gerne mit Focus Peaking arbeiten, stellt die Z7 per Menüauswahl auch die farbige Überlagerung der im Schärfebereich befindlichen Konturen zur Verfügung. 

Der lange Fokussierweg unterstützt ein präzises Scharfstellen bei statischen Motiven. Allerdings kommt man mit M-Objektiven generell weniger nah ran ans Motiv. Die Naheinstellung ist begrenzt, weil Messsucherkameras, für die diese Objektive gebaut werden, aufgrund der Parallaxe das Bildfeld bei Nahaufnahmen nur begrenzt im Sucher anzeigen können. Bei meinen Architektur- und Landschaftsfotos ist der fehlende Nahbereich keine Beeinträchtigung.

M-Objektive haben keine Springblende, daher kann man zur Kontrolle der Schärfentiefe nicht mal eben mit einem Tastendruck auf- oder abblenden. Allerdings gleichen Kameramonitor und Sucher den Helligkeitsverlust beim Abblenden des Objektivs aus. Die Bildwiedergabe ist also immer gleich hell (Ist sie in der Praxis nicht immer, aber im Prinzip schon ;-) ). Also habe ich nur bei diffizilen Scharfstellaufgaben oder bei wenig Licht Veranlassung, zwischen offener Blende und Arbeitsblende hin- und her zu wechseln. Das geht dann durch Drehen des Blendenrings. 

Bildstabilisierung mit M-Objektiven

Die Bildstabilisierung der Z7 verlangt eine Identifizierung des jeweils montierten Objektivs, um tätig werden zu können. Natürlich kann man auch ohne Anmeldung des Objektivs fotografieren, nur dann eben ohne Bildstabilisierung. Da M-Objektive nicht automatisch erkannt werden, kann man im Kameramenü aus einer langen Liste häufig verwendete Kombinationen aus Lichtstärke und Brennweite vorwählen und diese mit Schnellauswahlpositionen verknüpfen. Nicht jede denkbare Brennweite ist exakt vorhanden. Ich habe aber keinen Nachteil dabei entdecken können, dann den nächst passenden Wert auszuwählen (z.B. 100 mm statt 90 mm oder 20 mm statt 21 mm). Den Zugriff auf die Schnellauswahl habe ich mir auf die Funktionstaste Fn2 gelegt, so dass ich mit dem hinteren Einstellrad die Eckdaten des angesetzten Objektivs anwählen kann. Nach den Erfahrungen mit unkodierten Objektiven an meiner LEICA M9 empfinde ich das als ausgesprochen komfortabel. Schade ist nur, dass die Z7 die eingestellte Objektivinformation offenbar nur für die VR-Konfiguration nutzt, aber nicht in die Bild-Metadaten schreibt. So hat man später in LIGHTROOM nur seine Erinnerung, was bei der einen oder anderen Aufnahme für ein Objektiv auf der Kamera war.

Bildbeispiele mit M-Objektiven

NIKON Z7 mit ZEISS Biogon ZM 21 mm 1: 2,8 

Gewähltes Kameraprofil für Objektive ohne CPU: 20 mm / F 2,8

Naheinstellung möglich bis 50 cm

Praxistest ZEISS Biogon ZM 21 mm 1: 2,8 Objektiv an der NIKON Z7 Z6, Ocamo-Adapterring. Foto bonnescape.de
Innenaufnahme Ausstellungsraum: NIKON Z7 mit ZEISS Biogon ZM 21 mm 1: 2,8 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/50 Sek., ISO 1600, Foto: bonnescape.de

Oben: Ausstellungsraum, NIKON Z7 mit ZEISS Biogon ZM 21 mm 1: 2,8 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/50 Sek., ISO 1600, Beschnitt oben und unten. Der Einsatz eines Stativs war hier nicht möglich, so dass ich den ISO-Wert heraufgesetzt habe, um Verwacklung zu vermeiden. Allerdings produziert die Z7 oberhalb von ISO 800 deutliches Bildrauschen, was man selbst in der verkleinerten Abbildung noch wahrnimmt. Die Bildschärfe ist in der Mitte ok, lässt aber zu den Ecken hin nach. Die leicht tonnenförmige Verzeichnung war bei diesem Motiv störend, so dass ich sie mit LIGHTROOM ausgeglichen habe. Rand- und Eckenabdunklung sind bei dem 21er ausgeprägt. Auch hier musste ich bei der Nachbearbeitung etwas gegensteuern. 

Treppenhaus, NIKON Z7 mit ZEISS Biogon ZM 21 mm 1: 2,8 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/80 Sek., ISO 100

Oben: Treppenhaus, NIKON Z7 mit ZEISS Biogon ZM 21 mm 1: 2,8 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/80 Sek., ISO 100, Beschnitt oben und unten. Die Bildecken mussten stark aufgehellt werden, um der Vignettierung des Biogon entgegenzuwirken. Die Schärfe ist in der Mitte ganz ordentlich, lässt aber zu den Bildrändern nach.

Unten: 100% Crop aus der Bildmitte

100% Crop, Treppenhaus, NIKON Z7 mit ZEISS Biogon ZM 21 mm 1: 2,8 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/80 Sek., ISO 100

Formal bildet das 21er Biogon von ZEISS eine attraktive und kompakte Kombination mit der NIKON Z7, liegt gut ausgewogen in der Hand und lässt sich bequem bedienen. Ich mag den Bildwinkel dieser Brennweite ebenso wie die Haptik und Verarbeitung des Biogon. Die Bildqualität mit der Z7 lässt für meine Ansprüche aber etwas zu wünschen übrig. Damit meine ich noch nicht einmal die leicht tonnenförmige Verzeichnung, da sie sich in der Nachbearbeitung gut auskorrigieren lässt. Mit etwas Wohlwollen mag das auch noch für die Vignettierung und die geringen CAs gelten. Der Schärfeverlust zu den Ecken ist aber selbst bei Blende 8 noch störend und wird durch die Z7 gnadenloser geoutet als durch die M9. Trotz guter Schärfe in der Bildmitte ist das 21 mm Biogon für mich an der NIKON Z7 daher nicht das Superweitwinkel der Wahl. 

NIKON Z7 mit ZEISS Biogon ZM 35 mm 1: 2,0 

Gewähltes Kameraprofil für Objektive ohne CPU: 35 mm / F 2

Naheinstellung möglich bis 70 cm

Praxistest ZEISS Biogon ZM 35 mm 1: 2,0 Objektiv an der NIKON Z7 Z6, Ocamo-Adapterring. Foto bonnescape.de
Gewerbegebiet, NIKON Z7 mit ZEISS Biogon ZM 35 mm 1: 2,0 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/320 Sek., ISO 100, Foto: bonnescape.de

Oben: Gewerbegebiet, NIKON Z7 mit ZEISS Biogon ZM 35 mm 1: 2,0 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/320 Sek., ISO 100, Beschnitt oben und unten. Bildschärfe und Detailzeichnung des 35ers empfinde ich als sehr gut. Licht- und Schärfeabfall zu den Bildecken spielen in der Praxis kaum eine Rolle.

Unten: 100% Crop aus der Bildmitte

Detailvergrößerung, Gewerbegebiet, NIKON Z7 mit ZEISS Biogon ZM 35 mm 1: 2,0 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/320 Sek., ISO 100, Foto: bonnescape.de

Ich finde, dass das 35 mm ZEISS Biogon mit der NIKON Z7 gut harmoniert. Ich verwende diese Kombination häufig. Die Kamera liegt angenehm in der Hand mit so einem kurzen "Stumpen" vorne dran. Die kompakte Bauform passt zur Kamera und das Handling ist dank der wertigen Verarbeitung des Objektivs prima. In den Bildergebnissen spielen Farbfehler, Verzeichnung und Rand- oder Eckenabdunklung keine Rolle. Die Scharfzeichnung ist über das gesamte Bildfeld sehr ordentlich. Wenn man mit einer Festbrennweite im gemäßigten Weitwinkelbereich an der Z7 arbeiten möchte und gern manuell scharfstellt, ist das 35er ein guter Kandidat für ein "Immerdrauf". 

NIKON Z7 mit LEICA Summicron M 50 mm 1: 2,0

Gewähltes Kameraprofil für Objektive ohne CPU: 50 mm / F 2

Naheinstellung möglich bis 70 cm

Test: LEICA Summicron M 50 mm 1: 2,0 an der NIKON Z7 Z6, Foto: bonnescape.de
Hausfassade, Praxistest NIKON Z7 mit LEICA Summicron M 50 mm 1: 2,0 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/320 Sek., ISO 100, Foto: bonnescape.de

Oben: Hausfassade, NIKON Z7 mit LEICA Summicron M 50 mm 1: 2,0 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/320 Sek., ISO 100, Beschnitt rechts. Knackige Schärfe über das gesamte Bildfeld, kein Helligkeitsabfall zu den Bildecken, keine Verzeichnung. Das Cron bringt auch an der spiegellosen NIKON eine perfekte Leistung und bildet feinste Details ab.

Unten: 100% Crop aus der oberen Bildmitte. 

Crop 100%: Hausfassade, NIKON Z7 mit LEICA Summicron M 50 mm 1: 2,0 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/320 Sek., ISO 100, Foto: bonnescape.de
Firmengebäude, NIKON Z7, LEICA Summicron M 50 mm 1: 2,0, Foto: bonnescape.de

Oben: Firmengebäude, NIKON Z7 mit LEICA Summicron M 50 mm 1: 2,0 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/60 Sek., ISO 100. Prima Schärfe und Detailzeichnung. 

Unten: 100% Crop vom unteren Bildrand. 

Firmengebäude, Ausschnittvergrößerung (100% Crop) NIKON Z7, LEICA Summicron M 50 mm 1: 2,0, Foto: bonnescape.de

Das 50 mm Summicron-M sorgt bei mir immer wieder für Begeisterung. Darüber habe ich HIER und HIER ja früher schon berichtet. Was für ein tolles Objektiv! Auch mit den 45 Megapixeln der NIKON Z7. Scharf im gesamten Bildfeld bis in die letzten Minidetails, keine Verzeichnung, keine Farbfehler, keine Eckenabdunklung. Perfekt! Schon die ersten Aufnahmen an der Z7 zeigen, dass sowohl LEICA M9 als auch SONY Alpha 7s II nicht mal annähernd in der Lage waren, dieses wundervolle Objektiv an seine Leistungsgrenzen zu bringen. Und natürlich bildet auch die kompakte Bauform des LEICA-Objektivs mit der NIKON Z7 eine stimmige Kombi, liegt gut in der Hand und lässt sich komfortabel bedienen.

NIKON Z7 mit LEICA Elmarit M 90 mm 1: 2,8

Gewähltes Kameraprofil für Objektive ohne CPU: 100 mm / F 2,8

Naheinstellung möglich bis 90 cm

Test: LEICA Elmarit M 90 mm 1: 2,8 an der NIKON Z7 Z6, Foto: bonnescape.de
Erfahrungsbericht, Bildbeispiel Parkhaus, NIKON Z7 mit LEICA Elmarit M 90 mm 1: 2,8, Foto: bonnescape.de

Oben: Parkhaus, NIKON Z7 mit LEICA Elmarit M 90 mm 1: 2,8 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/125 Sek., ISO 400, Beschnitt oben. Die tadellose Schärfe über das gesamte Bildfeld wird nur durch die Schärfentiefe limitiert. Das Elmarit ist zudem völlig verzeichnungsfrei. 

Unten: 100% Crop aus der Bildmitte. 

Erfahrungsbericht, Bildbeispiel 100% Crop, NIKON Z7 mit LEICA Elmarit M 90 mm 1: 2,8, Foto: bonnescape.de
Industriegelände, Testbild NIKON Z7 mit LEICA Elmarit M 90 mm 1: 2,8, Foto: bonnescape.de

Oben: Industriegelände, NIKON Z7 mit LEICA Elmarit M 90 mm 1: 2,8 bei Blende 8, aus der Hand bei 1/160 Sek., ISO 200, kein Beschnitt. Auch hier exzellente Scharfzeichnung und keinerlei Verzeichnung. 

Unten: Der 100% Crop aus der rechten unteren Bildecke zeigt eine sehr gute Detailschärfe, aber auch CAs (grün-magenta) an den Kontrastkanten, die sich allerdings problemlos auskorrigieren lassen.

100% Crop, Testbild NIKON Z7 mit LEICA Elmarit M 90 mm 1: 2,8, Foto: bonnescape.de

Das 90 mm Elmarit macht Spaß an der spiegellosen NIKON. Obwohl von der Baulänge her ein wenig ausladender als die zuvor beschriebenen M-Objektive, liegt die Kombination mit der Z7 gut ausgewogen in der Hand. Der relativ lange Drehweg des Fokussierrings ist weniger für Schnappschüsse geeignet als für ein sehr präzises Scharfstellen. Etwas Vorsicht ist geboten in dem Entfernungsbereich so um die 15-20 m (= fast unendlich), auf den man vielleicht direkt bis zum Unendlich-Anschlag fokussieren möchte. Aufgrund des breiten Einstellbereichs ist das bei dem Elmarit tatsächlich noch nicht Unendlich, was aber erst in der Suchervergrößerung sichtbar wird. Unpräzise Fokussierung straft der 45 Megapixel-Sensor der Z7 gnadenlos ab. Wird korrekt fokussiert, ist die gelieferte Bildqualität tadellos. Lediglich geringfügige CAs sind je nach Motiv in der Nachbearbeitung zu korrigieren.

Fazit:

Dieser Praxisbericht bringt eine NIKON Z7 mit Objektiven zusammen, die nicht für diese Kamera konstruiert wurden. Kritische Äußerungen, wie z.B. über das 21 mm Biogon, sagen also nichts aus über die Leistung der Objektive im bestimmungsgemäßen Einsatz. Für mich war seinerzeit entscheidend, mein LEICA M Objektivarsenal daraufhin zu überprüfen, ob es nicht auch sinnvoll an der spiegellosen NIKON mit ihrer hohen Auflösung eingesetzt werden kann. Zusammenfassend kann ich sagen, dass das in drei von vier Fällen auf überzeugende Weise funktioniert. Das 50er Summicron, das 35er Biogon und das 90er Elmarit sind an der Z7 absolut praxistauglich, harmonieren gut mit den Assistenzsystemen der Kamera (inklusive VR!), liefern ausgezeichnete Bildqualität und unterstützen das kompakte Kamerakonzept. Summicron und Biogon sind zusammen mit den NIKON-PC-E's derzeit meine meist verwendeten Objektive an der Z7. Wenn man, wie z.B. bei Architektur- und Landschaftsaufnahmen, auf einen Autofokus verzichten kann, sehr präzise manuell fokussieren möchte und sich nicht gerade im äußersten Nahaufnahmebereich bewegt, sind die drei M-Objektive überlegenswerte Alternativen, die sich, wenn man sie schon besitzt, sehr preiswert an eine NIKON Z6 oder Z7 adaptieren lassen. Kleines Manko ist lediglich, dass die Objektivkennung nicht effizient in die Bildmetadaten einfließt oder an die Reflektorsteuerung eines Aufsteckblitzes weitergegeben wird.

Copyright 2019 by Klaus Schörner / www.bonnescape.de


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Kommentare: 18
  • #1

    SAM (Montag, 12 August 2019 13:46)

    Na, das ist ja mal eine Interessante Kombi, an die ich noch gar nicht gedacht hatte. Aber gute Idee, die Nikon-Optiken sind alle so gross.
    Gruss
    SAM

  • #2

    P. Hörnisch (Freitag, 16 August 2019 10:12)

    Danke für diese Info. Ich habe noch 2 Crons (35 und 50) von meiner M8. Gut zu wissen, dass M's an der Z gut laufen. Das steigert mein Interesse an einer Z6.

  • #3

    artshop (Dienstag, 20 August 2019 09:43)

    Die Z7 ist ein Traum für entschleunigte Landschaftsfotos. Ich suche aber noch nach einem richtig guten Superweitwinkel, das die Auflösung der Kamera kann. 18-21 mm. Gerne manueller Fokus. Hat jemand einen Tipp?
    Gruß Phil

  • #4

    Klaus (admin) (Samstag, 31 August 2019 11:56)

    Hallo Phil,
    sorry wegen der verspäteten Antwort. Ich habe vier Anregungen für dich (ich schreibe extra nicht "Tipps", weil ich bisher nicht alle an der Z7 testen konnte):
    • Das 2,8/14-24 mm Nikkor, groß (zumal mit FTZ-Adapter), schwer, aber auch sehr gut.
    • Das Voigtländer Skopar 3,5/21 mm VM (mit M-Z-Adapter), an der M sehr gut.
    • Das Voigtländer Skopar 3,5/21 mm VE (mit Nex-Z-Adapter), an der Alpha 7s II sehr gut.
    • Das Super-Elmar M 3,4/21 mm (mit M-Z-Adapter), dem Vernehmen nach hervorragend.
    Ich habe alle vier ebenfalls auf dem Zettel und werde demnächst berichten, wie sich die Optiken an der Z7 machen.
    LG, Klaus

  • #5

    artshop (Freitag, 20 September 2019 11:42)

    Danke Klaus, das 14-24 mm 1:2,8 werde ich demnächst mal ausprobieren. Bin gespannt.
    Gruß Phil

  • #6

    schirmbild (Dienstag, 17 Dezember 2019 23:30)

    21mm an der Z7 > Ich habe hier sehr gute Ergebnisse mit einem Elmarit-M f2.8 erhalten. Das hat allerdings eine ganz leichte Verzeichnung, aber nichts, was sich nicht beheben lassen könnte. So gesehen könnte das ZM Skopar auch interessant sein, denn da ist noch weniger zu korrigieren.

  • #7

    Klaus (admin) (Mittwoch, 18 Dezember 2019 12:47)

    @schirmbild: Danke für den Hinweis auf das Elmarit.
    Das Skopar (du meinst wahrscheinlich das VM) halte ich auch für interessant. Ich konnte es noch nicht an der Z7 testen, aber von den vielversprechenden Ergebnissen an der M9 habe ich ja hier auf den Seiten im Februar 19 berichtet.

  • #8

    Arti (Sonntag, 26 Januar 2020 17:20)

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Spiele derzeit mit dem Gedanken das VL 35mm 2.0 Ultron an meiner Z6 zu adaptieren. Bauweise und Bildqualität sprechen wirklich für sich bei M-Linsen.
    Hast du zufällig den Link für den Adapter? Per Google konnte ich den Ocamo-Adapter leider nicht finden.

  • #9

    Klaus (admin) (Sonntag, 26 Januar 2020 17:51)

    @ Arti: Vielen Dank für dein positives Feedback. Das Ultron wird an der Z6 sicher einen tollen Job machen. Besonders bei wenig Licht ist diese Kombi interessant. Ich habe den Ocamo-Adapter bei Amazon gekauft, weiß nicht, ob es ihn noch woanders gibt. Ist ein Anbieter in Hongkong, die Lieferzeit kann 4 Wochen dauern. Werbe-Link oben neben den "weiteren Beiträgen". Die Amazon-Suche findet ihn aber auch sofort. Ich habe inzwischen 4 von den Dingern, für jedes M-Objektiv einen.

  • #10

    Arti (Montag, 27 Januar 2020 22:41)

    Ach, den Link habe ich wohl übersehen. Danke für die schnelle Rückmeldung.
    Bei dem Preis habe ich den Adapter direkt bestellt :)

  • #11

    Michael Christ (Samstag, 10 Juli 2021 07:27)

    Lieben Dank für den spannenden Bericht. Hast Du zwischenzeitlich auch andere Linsen im WW Bereich ausprobieren können? Gibt es vielleicht eine Zusammenstellung über exzellent anbindende Leica M Mount Objektive am Z System? Ich habe gelesen, dass telezentrisch konstruierte WW Objektive exzellent funktionieren würden. Was bedeutet das? Danke Euch, Michael

  • #12

    Klaus (admin) (Samstag, 10 Juli 2021 10:48)

    Hallo Michael,
    danke für dein feedback. :-) Summicron, Elmarit und 35er Biogon setze ich noch immer sehr häufig an der Z7 ein. Statt dem 21er Biogon, das ich inzwischen abgegeben habe, habe ich das 21er Color Skopar. Über dieses Objektiv habe ich hier ja auch schon einige Male berichtet. Außerdem habe ich noch keine weiteren M-Objektive an der Z7 ausprobiert. Reizen würde mich allerdings das 28 mm PC Leica R, das ich früher mal an der M9 und der Sony Alpha 7 getestet habe. Eine Liste geeigneter M-Adaptionen ist mir bisher nicht bekannt. Im Nikon- und im Leica-Forum wird aber häufig über Einzelerfahrungen berichtet und diskutiert.

  • #13

    Klaus (admin) (Samstag, 10 Juli 2021)

    Unter telezentrischen Objektiven versteht man im fotografischen Sprachgebrauch Objektive, bei denen die Lichtstrahlen im Bildrandbereich weniger schräg auftreffen, als das brennweitenbedingt sonst der Fall wäre. Im Gegensatz zu Film tun sich Bildsensoren ja mitunter schwer mit Schrägeinstrahlung, was sich in Abdunklung, Aberrationen und Unschärfen an den Bildrändern äußert. Manche Kameras begegnen dem mit unterschiedliche ausgerichteten Micro-Linsen auf dem Sensor oder entsprechender kamerainterner Bildkorrektur. Interessant ist das vor allem bei Weitwinkelobjektiven, weil sich die Rücklinse dabei wenige Millimeter vor dem Sensor befindet. Bei telezentrisch gerechneten Objektiven könnte man also tendentiell davon ausgehen, dass die beschriebenen bildstörenden Effekte geringer ausfallen. Ob das aber angesichts der kameraeigenen Gegenmaßnahmen tatsächlich der Fall ist, kommt wieder auf den Einzelfall an und muss man ausprobieren.

  • #14

    Hannah (Samstag, 09 April 2022 21:32)

    Guten Tag,

    vielen Dank für den Praxistest! Ich überlege aktuell mir das Zeiss ZM Objektiv Biogon T* 2/35 mm M-Mount für meine Z6 zu kaufen. Mit dem Novoflex Adapter Leica M Objektive an Z-Bajonett. Ich habe ein paar Praxistests dazu im Internet gefunden und habe nun die Frage, wie das mit der Vignette ist? Einige der Fotografien in den Berichten hatten welche, bei deinem Foto hier ist keine zu sehen, was ich sehr gut finde. Ist das überhaupt ein Problem, was immer gegeben ist, oder habe ich das falsch gelesen? Vielen Dank schon mal!

  • #15

    Hannah (Samstag, 09 April 2022 21:42)

    PS.: Vielleicht hast du ja noch mehr Bildbeispiele zu der Z7 mit dem 35mm Biogon?
    Ich fotografiere sonst eigentlich nur mit meiner analogen Hasselblad und brauche an meiner Digitalen einfach ein schönes Zeiss Objektiv, was mich die Hasselblad nicht zu sehr vermissen lässt, wenn ich sie zwischendurch gegen die Nikon Z6 tausche...

  • #16

    Klaus (admin) (Sonntag, 10 April 2022 10:30)

    Hallo Hannah,
    deinen Wunsch nach Zeiss-Feeling an der Nikon kann ich gut verstehen. Die Vignettierung des 35er Biogon an der Z ist minimal und wenn überhaupt, dann in Nullkommanix mit Lightroom oder Photoshop zu beheben. Das spielt in der Praxis wirklich keine Rolle. Etwas aufwändiger ist das Einfügen von Metadaten, die das Biogon als rein manuell angeflanschtes Objektiv nicht liefert. Vielleicht schaust du dazu mal in meinen Blogbericht zur Metadatenergänzung (25.1.2020). Die Bebilderung dort ist auch mit diesem Objektiv und der Z7 entstanden. Im Vergleich Summicron vs. Biogon (31.12.2017) und in dem Test an der Sony (27.11.2017) sind weitere Bilder mit dem 35er Biogon. Auch in den Galerien dieser Seite sind noch weitere Bilder, die mit dem Biogon an der Z7 gemacht wurden. Ich müsste aber durchsehen, welche.

  • #17

    underscore (Sonntag, 24 Juli 2022 21:07)

    @Klaus tut mir leid, aber das Summilux 35/1.4 FLE vignettiert an der Z6 so stark, dass es kaum korrigierbar war - sehr frustrierend
    @Hannah was spricht gegen die Zeiss Milvus Serie? Sie sind alle exzellent.

  • #18

    Klaus (admin) (Sonntag, 24 Juli 2022 23:02)

    @underscore: Dass das Summilux trotz seiner gemäßigten Brennweite mit der Z nicht harmoniert, ist bedauerlich ... und nach den positiven Erfahrungen mit Summicron und Biogon auch ein wenig überraschend, zeigt aber, dass es tatsächlich auf den Einzelfall ankommt, welcher Objektivtyp für das Adaptieren taugt. Danke für den Hinweis.