Nikon AF-S 14-24 vs. Z 14-30

NIKON AF-S 14-24 vs. Z 14-30. Lohnt sich der Wechsel?

Vergleich NIKON AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Für diejenigen, die wissen möchten, ob das gute alte AF-S 14-24 mm 1:2,8G ED auch einer spiegellosen NIKON noch gerecht wird, berichte ich hier über meinen Vergleich mit dem Z 14-30 mm 1:4 S.

Ich bin der Frage nachgegangen, ob sich für mich als Besitzer einer Z7 der Wechsel zum neuen Superweitwinkel-Zoom lohnt.

Für viele "Nikonians" bildet das AF-S NIKKOR 14-24 mm 1:2,8G ED zusammen mit den anderen Zwei/Achter-Boliden 24-70 mm und 70-200 mm so etwas wie die "Holy Trinity", die das gesamte, normalerweise benötigte Brennweitenspektrum abdeckt und dabei höchsten professionellen Ansprüchen genügt. Ich persönlich habe nur ein Objektiv aus dieser Dreiergruppe – nämlich eben dieses 14-24er – und ich kann bestätigen, dass es ein gutes ist. In der Vergangenheit fand mein Exemplar zumeist Verwendung bei Architekturaufnahmen mit der D4. Inzwischen erledige ich Fotojobs aber immer häufiger mit der Z7. Daher stellte sich mir die Frage: Behalte ich den guten alten AF-S Klopper und verwende ihn mit FTZ-Adapter weiter oder ersetze ich ihn durch das neue Z 14-30 mm 1:4 S? Zur Entscheidungsfindung hat mir NIKON das Z-Zoom eine Woche lang überlassen.

Praxistest NIKON Z7 mit AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben: Links die Z7 mit montiertem 14-30 mm, das Zoom ist in Ruheposition eingefahren, rechts das AF-S 14-24 mm mit dem für die Montage an der Z7 erforderlichen FTZ-Adapter.

Preise, Haptik, Handling und Qualitätseindruck

Beide Objektive sind keine billigen Scherben. Der Neupreis des 14-24ers lag jahrelang so um die 1.800 €, mittlerweile ist es zum Straßenpreis von rund 1.400 € zu bekommen. Für ein neues Z 14-30 mm gehen aktuell etwa 1.150 € über den Tresen. Neben dem edel gestylten Goldring-Objektiv wirkt das Z-Zoom auf den ersten Blick wie ein hässliches Entlein. Natürlich kommt es auf die inneren Werte an und wir werden sehen, dass die bei dem neuen Zoom hervorragend gelungen sind. Dennoch zeigen Hersteller wie L, Z oder S oft genug, dass ein modernes, reduziertes Design für ein Objektivgehäuse nicht aussehen muss wie eine geriffelte Plastikdose. 

Haptisch wirkt das 14-30er allerdings wertiger, als es aussieht. Auch wenn mich das hohle Geräusch beim Drehen des Zoomrings und der Plastikklang am Anschlag an den Sound eines Carbon-Stativbeins erinnern. Aber funktional macht alles einen sehr guten Eindruck und der Autofokus reagiert blitzschnell und flüsterleise. Der Langzeiteinsatz wird zeigen, ob mit dem Leichtbau auch Zugeständnisse hinsichtlich der Langzeitstabilität gemacht wurden.

An die Z7 montiert, liegen beide Zooms gut in der Hand und lassen sich bequem bedienen. Das AF-S plus FTZ-Adapter bietet Auflage für die gesamte linke Hand, und das muss zwecks stabiler Haltung auch so sein, denn das riesige Frontelement zieht vorn ganz schön nach unten. Dagegen wirkt die Z7 mit montiertem 14-30 mm Zoom geradezu federleicht und definitiv besser ausgewogen, so dass man ohne Schmerzen im Handgelenk sogar einhändig Schnappschüsse machen kann.

Vorstehende Frontlinse des AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape

Oben: Die riesige Frontlinse macht das 14-24er vorderlastig und empfindlich für Kratzer.

Test an der Z7: NIKON AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED mit FTZ-Adapter vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben links: Die Z7 (mit KIRK-Winkelschiene und EDDYCAM-Gurt) bringt mit dem 498 g leichten Z-Zoom insgesamt 1321 g auf die Waage. Oben rechts: Der gute alte AF-S Schwergewicht wiegt allein schon 981 g. Dazu kommen die 133 g des FTZ-Adapters. Insgesamt erreicht die Kombination mit Z7 satte 1909 g. Die riesige vorgewölbte Frontlinse des AF-S verlagert den Schwerpunkt zusätzlich nach vorn, macht das Konstrukt vorderlastig und verringert dadurch den Tragekomfort.

Das massive Gewicht des AF-S und seine Baulänge – nicht zuletzt auch wegen dem FTZ-Adapter – unterstützen das kompakte Konzept der spiegellosen NIKON nicht wirklich optimal. Tatsächlich nehme ich das 14-24er aber auch mit der DSLR erfahrungsgemäß viel zu selten mit. Nämlich nur dann, wenn ich mit größerem Equipment im Koffer zum Shooting fahre. Es ist einfach kein Objektiv, dass ich mir nach unten baumelnd über die Schulter hängen möchte, schon allein wegen der empfindlichen, vorn herausragenden Frontlinse nicht. Also für Landschafts- und Architekturaufnahmen mit Fotokoffer und Stativ nehme ich es gern. Als "Immerdrauf" oder als Reisebegleitung kommt es für mich normalerweise nicht in Betracht. Eigentlich schade angesichts des interessanten Brennweitenbereichs. Da schafft das kompakte, leichte und angenehm ausgewogene Z-Zoom erfreulich andere Voraussetzungen.

Verwendung mit HAIDA Filterhaltern

Bei meinen Landschaftsaufnahmen ist die Verwendung von Polarisations- und Verlaufsfiltern obligatorisch. Das AF-S 14-24 mm hat aufgrund seiner baulichen Besonderheiten kein herkömmliches Filtergewinde. Ich adaptiere daher einen entsprechend großformatigen Filterhalter. Über das betreffende HAIDA 150 Filtersystem habe ich ja HIER bereits berichtet. Bringt die kompakte Bauweise des neuen Z-Zooms mit flacher Frontlinse und 82 mm Filtergewinde jetzt  die Möglichkeit kompakterer Filter mit sich? Nun, jedenfalls nicht, wenn man mit 14 mm ohne Vignettierung fotografieren und mehr als einen einzelnen Slim-Schraubfilter verwenden möchte. Mein kleinerer HAIDA Filterhalter 100 führt mit nur einem Slot bereits zu Randabdunklung, ein zweiter montierter Slot ragt ins Bild hinein. Vignettierungsfrei wäre nur der Adapterring. Der allein nützt aber nicht viel. Selbst ein darin befestigter Polfilter schwärzt bei maximalem Bildwinkel schon die Bildecken. Erst ab einem Brennweitenwert von 16 mm sind meine 100er Verlaufsfilter demnach ohne Abdunklungseffekte verwendbar. Der Filterprotector mit aufgesteckter Weitwinkelblende kann sogar erst ab 24 mm eingesetzt werden.

Möchte ich also die gesamte Zoom-Range des 14-30ers mit Verlaufsfiltern nutzen, bin ich wieder bei den großen HAIDA 150er Rechteckfiltern, die ich auch am 14-24er verwende. Der flache, ausladende Trichter des Filterhalters 150 ermöglicht, wenn er rechtwinklig ausgerichtet wird, ohne Vignettierung bis zu drei Slots. Es können damit also drei Filter gleichzeitig verwendet werden, zum Beispiel ein Big Stopper, ein Polfilter und ein Verlaufsfilter.

NIKON Z7 mit Z 14-30 mm 1:4 S, Vignettierung mit HAIDA Filterhalter 100. Foto: bonnescape.de
NIKON Z7 mit Z 14-30 mm 1:4 S, Vignettierung mit HAIDA Filterhalter 100. Foto: bonnescape.de
NIKON Z7 mit Z 14-30 mm 1:4 S, mit HAIDA Filterhalter 100. Foto: bonnescape.de
NIKON Z7 mit Z 14-30 mm 1:4 S, Vignettierung. Foto: bonnescape.de

Oben: Der extreme Bildwinkel von 114° bei 14 mm schränkt die Verwendung von Filtern ein. Immerhin ist ein einzelner 82er Filter in Slim-Bauweise möglich, ohne dass es zu Vignettierung kommt. Bei den Filterhaltern wird es eng: Unter einer Zoom-Einstellung von 16 mm verursacht der Filterhalter 100 von HAIDA selbst mit nur einem montierten Slot und lotrechter Ausrichtung Randabdunklung. Der passende 82 mm Adapter allein verursacht keine Vignettierung, mit eingeschraubtem Polfilter aber doch.

NIKON Z7 mit Z 14-30 mm 1:4 S, HAIDA Filterhalter 100 und Filterprotector. Foto: bonnescape.de

Oben: Der Einsatz des 14-30ers ist mit HAIDA-Filterhalter 100, Filterprotector und Weitwinkelblende erst ab 24 mm  vignettierungsfrei möglich. Das Konstrukt, das ich mit anderen Objektiven gern verwende, macht also bei dem Z-Superweitwinkel nicht wirklich Sinn. Der extreme Bildwinkel erfordert größere Lösungen.

NIKON Z7 mit Z 14-30 mm 1:4 S, mit HAIDA Filterhalter 150. Foto: bonnescape.de

Oben: Mit dem HAIDA Filterhalter 150 geht es auch bei 14 mm ohne Eckenabdunklung. Mit bis zu drei Slots, wenn die Ausrichtung rechtwinklig ist. Das ist zwar ausladend, aber für mich bei Landschaftsaufnahmen mit Verlaufsfiltern eine praxisgerechte Lösung.

Bildqualität

Um es vorweg zu nehmen: Beide Zooms liefern an der Z7 hervorragende Bildqualität und liegen dabei vom Niveau her nah beieinander. Ich habe etliche Vergleichsbilder unter unterschiedlichen Aufnahmebedingungen produziert und die üblichen Parameter wie Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung und chromatische Aberrationen am Rechner miteinander verglichen. Mal hat das eine Objektiv die Nase vorn, mal das andere, aber die Unterschiede sind gering. Nachfolgend ein paar Beispiele:

Beispiel 1: Aufnahme mit 14 mm und Blende 11 direkt in die Sonne, keine Filter

Die sternförmige Abbildung der Sonne gefällt mir gut. Keine Flares, wenn überhaupt, dann nur in der Lichtquelle selbst, keine Blendenflecke, keine Linsenreflexe irgendwo im Bild, knackige Schärfe bis in die äußersten Ecken. 

Auf den ersten Blick sind die Bilder fast identisch. In dieser Größe sowieso, daher zeige ich hier auch nur eines. Bei 200% Vergrößerung sehe ich beim AF-S Foto magentafarbige Farbsäume im Astwerk in den Ecken links und rechts oben. Das Foto mit dem Z-Zoom hat solche CAs nicht. 

Testaufnahme Gegenlicht mit NIKON Z7 und Z 14-30 mm 1:4 S, @ 14 mm mit Blende 11. Foto: bonnescape.de

NIKON Z7 mit AF-S 14-24 mm 1:2,8 bei Brennweite 19 mm und Blende 11. Foto: bonnescape.de

 

Beispiel 2: Aufnahme bei 19 mm, Blende 11, bei Gegenlicht mit Schlagschatten

Ich habe nach einem Blickwinkel gesucht, bei dem die Objektive Flares und Reflexe abbilden. 

Das AF-S (links und Ausschnitt unten links) produziert unter bestimmten Bedingungen einige bunte Linsenreflexe sowie pastellige oder farbneutrale Blendenflecke.

Das Z-Zoom (unten rechts) bildet einen farbig schillernden Blendenfleck ab und wenige grünliche Reflexpunkte.

Vergleich NIKON AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Flare, Blendenflecke und Reflexe, Foto: bonnescape.de

Oben links: Lichtreflexpunkte und Blendenflecke, Z7 mit AF-S 14-24mm/1:2,8 

Oben rechts: dito, Z7 mit Z 14-30mm/1:4 S 

NIKON Z7 mit Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben: Die NIKON Z7 im Testaufbau mit dem Z-Nikkor 14-30 mm 1:4 S

Unten: dito, aber mit dem AF-S Nikkor 14-24 mm 1:2,8G ED

NIKON Z7 mit AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED. Foto: bonnescape.de

Beispiel 3: Aufnahme mit 14 mm und Blende 5,6

Bei der folgenden Bildserie zeigt der Ausschnitt aus der Bildmitte in 100%-Ansicht geringfügig mehr Schärfe auf Seiten des 14-30 mm Zooms. Bei der Vergrößerung aus der linken oberen Bildecke stellt es sich umgekehrt dar. Da ist das mit dem 14-24 mm AF-S aufgenommene Bild etwas schärfer. Dafür haben die Kanten wieder so einen zarten Magenta-Touch. Der Fokuspunkt lag in beiden Fällen auf der Klingelsäule neben dem Eingang.

Vergleich NIKON AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de
Schärfe-Vergleich Bildmitte, NIKON AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben links: Bildmitte aus den Bild oben in 100% mit 14mm bei Blende 5,6, Z7 mit AF-S 14-24mm/1:2,8 

Oben rechts: dito, Z7 mit Z 14-30mm/1:4 S 

Schärfe-Vergleich Bildecken, NIKON AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben links: Linke obere Bildecke 100% mit 14mm bei Blende 5,6, Z7 mit AF-S 14-24mm/1:2,8 

Oben rechts: dito, Z7 mit Z 14-30mm/1:4 S 


Beispiel 4a: Aufnahme mit 14 mm und Blende 11

Beim Z-Zoom @14 mm ist die Anmutung zwar dynamisch, wirkt aber immer noch natürlich. Verzeichnungen sind so gering, dass sie keine bildmäßige Rolle spielen. 

NIKON Z7 mit Z 14-30 mm /1:4 S

Vergleich Z7, NIKON AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Verzeichnung bei 14mm. Foto: bonnescape.de

Beispiel 4b: Gleiches Motiv mit 30 mm und Blende 11

Die eingeblendeten Hilfslinien zeigen die fast verzeichnungsfreie Wiedergabe. Ob optisch oder elektronisch, NIKON ist hier wirklich eine ausgezeichnete Korrektur gelungen.

NIKON Z7 mit Z 14-30 mm /1:4 S

Vergleich Z7, NIKON AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Verzeichnung bei 30mm. Foto: bonnescape.de

Praxistest NIKON AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Architekturfoto. Foto: bonnescape.de

Beispiel 5: Aufnahme mit 16 mm und Blende 16

Das AF-S weist ebenfalls geringe Verzeichnungswerte auf. Gelegentlich muss man in der Postproduktion ein wenig nachkorrigieren. Auch dieses Objektiv ist absolut architekturtauglich.

NIKON Z7 mit AF-S 14-24 mm / 1:2,8, Auftragsarbeit (Copyright)


Beispiel 6: Aufnahme mit 24 mm und Blende 8

Weitwinkeltypisch werden randnah verlaufende Linien gebogen abgebildet. Entscheidend ist, dass die Beugung gleichmäßig verläuft und nicht etwa eine Wellenform erhält, die schwierig auszukorrigieren wäre. Das ist aber bei beiden Objektiven einwandfrei. Bei Hochkontrast-Konturen insbesondere in den Bildecken generiert das 14-24er wiederum chromatische Aberrationen in Form magentafarbiger Farbsäume. Ob durch die optische Rechnung oder durch kamerainterne Korrekturschritte, das 14-30 mm Zoom produziert derartige Farbsäume nicht. Die Detailzeichnung beider Objektive ist in der Bildmitte gleichermaßen ziemlich gut. In den Ecken zeichnet das Z-Zoom bei dieser Motivkonstellation erkennbar schärfer. Die nie ganz verlustfreie, nachträgliche Beseitigung der CAs vergrößert diesen Unterschied.

Architekturfoto Viadukt, Vergleich NIKON Z7 mit AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de
Architekturfoto Viadukt, Vergleich Bildmitte, AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben links: 2,8/14-24 mm, Ausschnitt aus der Bildmitte in 100% Ansicht.    Oben rechts: dito mit 4/14-30 mm

Architekturfoto Viadukt, Vergleich CAs, AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben links: 2,8/14-24 mm, magentafarbige Farbsäume bei Hochkontrast-Kanten in den Bildecken.

Oben rechts: Dito mit dem 4/14-30 mm. Keine Farbsäume.


Architekturfoto Viadukt, 14 mm Brennweite, NIKON Z7, Vergleich AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

 

Beispiel 7: Aufnahme mit 14 mm, Blende 11

Bei diesem Beispielfoto zeigen Ausschnitte aus der Bildmitte  eine gleichermaßen sehr gute Scharfzeichnung der beiden Objektive. In den äußersten Bildecken ist das AF-S ein wenig schärfer (Bildausschnitte jeweils nach einheitlicher Standardschärfung).

Architekturfoto Viadukt, 14 mm Brennweite, NIKON Z7, Vergleich Bildzentrum, AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben: AF-S 14-24 mm 1:2,8 @ 14 mm bei Blende 11, Ausschnitt Bildmitte bei 100%

Architekturfoto Viadukt, 14 mm Brennweite, NIKON Z7, Vergleich Bildzentrum, AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben: Z 14-30 mm / 1:4 S @ 14 mm bei Blende 11, Ausschnitt Bildmitte bei 100%

Architekturfoto Viadukt, 14 mm Brennweite, NIKON Z7, Vergleich Bildecke, AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben: AF-S 14-24 mm / 1:2,8, Ausschnitt Ecke unten links bei 100%. Sehr gute Detailschärfe.

Architekturfoto Viadukt, 14 mm Brennweite, NIKON Z7, Vergleich Bildecke, AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED vs. Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

Oben: Z 14-30 mm / 1:4 S, Ausschnitt Ecke unten links bei 100%. Insgesamt etwas weicher als bei dem AF-S.

Fazit: Lohnt sich der Wechsel?

Wir fassen zusammen: Das AF-S 14-24 mm 1:2,8 G ED überzeugt mit seiner wertigen Haptik, seinem guten Handling und mit seiner Langzeitzuverlässigkeit – wenn es gelingt, die exponierte Frontlinse dauerhaft vor Oberflächenschäden zu schützen. Zudem kann man es mit F- und Z-Kameras verwenden, falls man von beiden welche hat. Leider ist es schwer, unhandlich und frontlastig und trägt sich mit umgehängter Z-Kamera und FTZ-Adapter unkomfortabel. Für mich ist das AF-S nur dann ein Objektiv zum Mitnehmen, wenn ich mit Fotokoffer und Stativ unterwegs bin.

Das Z 14-30 mm 1:4 S wirkt wegen seinem Kunststoffgehäuse auf den ersten Blick weniger wertig, ist aber nicht weniger gut zu bedienen – seine Langzeitstabilität muss es noch unter Beweis stellen. Im Einsatz verwöhnt es den Fotografen mit seinem geringen Gewicht und der kompakten Größe. Durch den auf 30 mm erweiterten Zoombereich bringt es für weitwinkel-affine Fotografen zudem "Immerdrauf"-Qualitäten mit. Dank seines 82er Filtergewindes ist die dauerhafte Montage eines UV- oder Pol-Filters ohne Vignettierung möglich. Möchte man dagegen bei maximalem Bildwinkel Verlaufsfilter einsetzen, kommt man wie beim AF-S wohl nicht um einen XL-Halter mit 150 mm Scheiben herum. Die Autofokussierung ist leiser und gefühlt noch etwas schneller als beim AF-S.

Praxistest NIKON Z7 mit Z 14-30 mm 1:4 S. Foto: bonnescape.de

In Sachen Bildqualität zeigen die beiden Zooms keine wirklich gravierenden Unterschiede. So hat bei der Scharfzeichnung mal das eine die Nase vorn, mal das andere.  Während mich das 14-24er an der D850 nicht restlos überzeugt hatte (siehe dazu HIER), liefert es an der Z7 zumeist gute bis sehr gute Schärfe bis in die Bildecken. Beide Objektive haben ihre Sweet Spots bei Blendenwerten zwischen 5,6 und 8. Verglichen habe ich jeweils Bilder mit gleichen Blendenwerten. In diesem Zusammenhang mag für manche Fotografen relevant sein, dass das AF-S mit 2,8 eine Blendenstufe lichtstärker ist als sein jüngeres Pendant und bei Offenblende auch schon ordentliche Leistung bringt. Bei mir spielt das keine Rolle, da ich bei meinen Landschafts- und Architekturaufnahmen fast nie mit offener Blende und meist mit Stativ arbeite und zudem mit der Z7 problemlos geringere Lichtstärke durch Erhöhen des ISO-Wertes ausgleichen kann.

Beide Linsen zeigen sich nicht besonders empfindlich für Flare und produzieren nur in speziellen Gegenlichtsituationen Reflexpunkte und Blendenflecke. Das AF-S etwas mehr, das "Z" etwas weniger. Auf den ersten Blick sind die Bilder oft am ehesten durch ihre Farbtendenz zu unterscheiden, da das "Z" ein bisschen kühler abbildet als das AF-S. Bei kontraststarken Konturen neigt das 14-24er in den Bildecken zu magentafarbigen Farbsäumen. Diese lassen sich einigermaßen gut in der Postproduktion beseitigen. Das 14-30 mm Zoom produziert keine Farbsäume. Ob das eine Folge der optischen Korrektur oder irgendwelcher interner Korrekturschritte in der Kamera ist, kann uns Fotografen egal sein. Maßgebend ist das wirklich gute Bildergebnis. Ähnliches gilt für die Verzeichnungskorrektur. Natürlich bildet ein Superweitwinkelobjektiv randparallel verlaufende Linien umso mehr bogenförmig ab, je näher sie sich in Randnähe befinden (siehe Geländer im Foto Viadukt oben). Entscheidend ist, dass die Beugung gleichmäßig ist, so dass sie kein Eigenleben entwickelt und auf Wunsch gut korrigiert werden kann. Das ist bei dem 14-24er gut und bei dem 14-30er noch etwas besser gelungen, so dass beide Objektive definitiv "architekturtauglich" sind.

Meine Erkenntnisse: Geht es vorrangig darum, ein Maximum an Bildqualität zu erreichen, lohnt sich der Wechsel vom AF-S 14-24 mm 1:2,8G ED zum neuen Z-Nikkor 14-30 mm 1:4 S nicht. Wegen der gelungenen Korrektur von Verzeichnungen und CAs möchte man dem neuen Z-Zoom zwar tendentiell eine geringfügig bessere Gesamtnote geben, in der Praxis sind die Unterschiede aber insgesamt gering. Beide Nikkore liegen auf hohem Niveau nah beieinander, zumal, wenn man die mindestens ebenso gute Scharfzeichnung des AF-S 14-24ers berücksichtigt. Daher reduzieren sich die für mich relevanten Unterschiede zwischen beiden Objektiven tatsächlich auf drei ganz offensichtliche Dinge: 1.) die Verwendbarkeit des AF-S in beiden Welten (F und Z), 2.) den bis 30 mm erweiterten Brennweitenbereich des "Z", sowie 3.) Größe und Gewicht. Das 14-24er wiegt mit FTZ-Adapter mehr als doppelt so viel wie das 14-30er. Ein halbes Kilogramm mehr oder weniger für eine ungefähr gleiche Leistung ist ein Unterschied, der bei mir oft genug über Mitnehmen oder Zurücklassen entscheidet. Kommt so ein Superweitwinkel-Zoom mit der Z6 oder Z7 als denkbarer Kandidat für eine Begleitung mit kleinem Gepäck in Betracht, vielleicht sogar in einer "Kamera-plus-ein-Objektiv"-Lösung, geht kaum ein Weg am neuen Z 14-30 mm vorbei. Stehen Fotoeinsätze mit größerem Gepäck und mehreren Objektiven im Vordergrund, vielleicht sogar mit zusätzlichen F-Kameras, mache ich mit dem AF-S 14-24 mm nichts falsch. Wenn man – so wie ich – sowohl mit DSLR als auch mit Spiegellosen fotografiert, wird man zur Begrenzung des Geräteparks irgendwann strategische Entscheidungen treffen müssen, welche Objektive man für welche Kameras wirklich braucht. Daneben finde ich aber die Vorstellung von einer qualitativ hochwertigen mobilen Lösung im extremen Weitwinkelbereich so reizvoll, dass bei mir das Z 14-30 mm 1:4 S auf der Einkaufsliste steht.

Copyright 2020 by Klaus Schörner / www.bonnescape.de

Herzlichen Dank an den NPS Ratingen für die Leihgabe des Z-Zooms, die meine Urteilsfindung allerdings nicht beeinflusst hat. Vorteile, Nachteile und Eigenarten des Objektivs habe ich in dem Bericht entsprechend meinem persönlichen Eindruck ungefiltert und unbeeinflusst wiedergegeben. 


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Kommentare: 2
  • #1

    nickonian (Freitag, 20 März 2020 17:18)

    Das ist genau die Frage, die mich auch gerade beschäftigt. Kauf ich mir das eine oder das andere, das ich dann auch an meiner analogen F6 einsetzen kann. Dein Vergleich hilft weiter. Thx!
    Grüße, Nick

  • #2

    Klaus (admin) (Samstag, 21 März 2020)

    Danke Nick, das freut mich. Berichte doch mal bei Gelegenheit, zu welchem Ergebnis du gekommen bist.
    LG
    Klaus