Haida 150er Serie für Nikkor AF-S 2,8/14-24 mm

Große Filterscheiben für NIKON's 2,8/14-24 mm

Praxistest: HAIDA 150 Filter für das AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Hier Grauverlauffilter. Foto: bonnescape

Das AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED gehört zweifellos zu den besten Objektiv-Spezialitäten, die man derzeit für digitale Vollformat-Kameras kaufen kann. NIKON-Fans sprechen bei diesem Zoom zusammen mit den aktuellen "ZweiAchter"-Nikkoren 24-70 mm und 70-200 mm mitunter von der "Holy Trinity", die selbst für die hohen Anforderungen der Megapixel-Boliden D800, D810 und D850 das empfohlene Objektiv-Set darstellen soll.

Nun werden viele Fotografen ein extremes Weitwinkelobjektiv wie das 14-24er im Bereich der Landschafts- und Architekturfotografie einsetzen wollen. Daher bedarf es einer professionellen Lösung für das Ansetzen von Grau-, Grauverlauf- und Polarisations-Filtern, denn das Objektiv selbst verfügt aufgrund seiner speziellen Konstruktion über kein Filtergewinde. Nebenbei ist es beim Einsatz draußen aber sicher auch kein schlechtes Gefühl, die empfindliche Oberfläche der sich weit nach vorn wölbenden, üppigen Frontlinse durch eine vorgesetzte Scheibe abzuschirmen.

Hervorstehende Frontlinse des AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape

Oben: Bei Brennweite 14mm ragt die Frontlinse weit nach vorn. Klar, dass hier nichts mit herkömmlichen Schraubfiltern geht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Bauform des Objektivs mit seiner fest in den Korpus integrierten, tulpenförmigen Gegenlichtblende den Herstellern von einschlägigem Zubehör einiges Kopfzerbrechen bereitet hat. Immerhin stellt man fest, dass Anbieter wie LEE, ROLLEI, HAIDA, NISI, FOTODIOX und LUCROIT zu teilweise sehr kreativen Lösungen gelangt sind, die in der Art ihrer Befestigung durchaus variieren. Während die beiden Letztgenannten auch hinsichtlich der verwendeten Filterformate eigene Wege gehen, sind die Filterhalter der anderen Hersteller für rechteckige Einschubfilter der Größen 150x150 mm bzw. 150x170 mm vorgesehen. Das macht es möglich, Filter unterschiedlicher Fabrikate in ein- und demselben Filterhalter zu kombinieren.

HAIDA-Filterhalter 150, der erste Eindruck

Ich berichte hier über meine Erfahrungen mit dem Filterhalter "150 Series" von HAIDA. Warum ich diesen gewählt habe? Ich habe bereits seit längerem einen Filterhalter von HAIDA für 100 mm Filterscheiben und bin sehr zufrieden damit. Als ich nun nach einer Lösung für das 14-24er NIKON suchte, habe ich mir daher zunächst mal angesehen, was HAIDA zu bieten hat. Billig sind die grossen Filter allerdings nicht. Für den Filterhalter habe ich 135 € auf den Tisch gelegt, Pol- und Verlauffilter lagen jeweils bei etwa 170 €, der ND 3.0 Graufilter schlug mit rund 115 € zu Buche.

Praxistest: HAIDA 150 Filter, Komponenten für das AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape

Oben: Die drei Komponenten des 150er Filterhalters von HAIDA, die für das AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED benötigt werden.

Zunächst gefällt mir, dass der Filterhalter nicht aus Kunststoff besteht, sondern massiv aus Aluminium gefräst ist. Bis auf den Innentrichter, der eine reflexmindernde, matt-schwarze Beschichtung hat und am oberen Rand mit schwarzem Moosgummi belegt ist, ist das Finishing in einem dezenten, seidenmatt glänzenden Schwarz gehalten. Die Gesamtanmutung ist wertig, wirkt präzise verarbeitet und sehr stabil. Der Halter besteht aus drei Teilen: Dem eigentlichen Filterhalter, einem speziellen Adapterring für das Nikkor und einer Konterhülse, die zur Fixierung des Adapterrings am Objektiv dient. Zum Lieferumfang gehören ausserdem noch ein halbes Dutzend selbstklebende Ersatzstreifen aus Moosgummi für die Abdichtung des vorderen Trichterrands, eine Ersatz-Rändelschraube und zwei Ergänzungs-Slots mit entsprechend längeren Schrauben, auf die ich später noch eingehe. Mit anderen optional erhältlichen Adapterringen soll der Filterhalter auch für andere Superweitwinkelobjektive und diverse Filtergewinde geeignet sein.

Konstruktion und Montage des Filterhalters

Zur Befestigung wird der Adapterring vorn auf das Objektiv gesetzt, so dass die vier kleinen Nasen in den Ecken der tulpenförmigen Gegenlichtblende des Objektivs aufliegen. Die Konterhülse wird dann von hinten über das Objektiv geführt und vorn mit dem Adapterring verschraubt. Die Befestigung ist passgenau und die großflächige Verschraubung für das Objektiv materialschonend, da der Adapterring im Prinzip nur aufliegt und in dieser Position wackelfrei fixiert wird. Dass sich hier keine Schrauben in die Gegenlichtblende krallen, wie ich das bei dem Produkt eines anderen Herstellers gesehen habe, ist mir sympathisch. Adapterring und Konterhülse können im Prinzip dauerhaft am Objektiv verbleiben. Den großflächigen Filterhalter selbst, der das Konstrukt ziemlich sperrig macht, kann man dann kurz vor der Aufnahme aufsetzen. Einziges kleines Manko ist der Umstand, dass das verbleibende, herausragende Stück der Gegenlichtblende zu kurz ist, um den Original-Objektivdeckel noch zu halten. In einschlägigen Internet-Foren wird mitunter berichtet, dass sich Anwender einen zweiten NIKON-Deckel besorgen und diesen entsprechend zuschneiden. Cleveres Marketing im Sinne der Kunden wäre gewesen, wenn HAIDA einen kürzeren Deckel mit werbekräftigem HAIDA-Logo vorne drauf spendiert hätte. 

Praxistest: HAIDA Filterhalter für das AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape

Oben: Der aufgesetzte Filterhalter verbreitert das Nikkor vorn beträchlich.

Unten: Der Original-Objektivdeckel hält nicht auf dem herausragenden Rest der Gegenlichtblende.

Praxistest: HAIDA 150 Filterhalter. Der Objektivdeckel des AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED hält nicht mehr. Foto: bonnescape

Am Filterhalter vormontiert sind zweimal zwei Slots zur gleichzeitigen Aufnahme von zwei Filterscheiben. Das kann je nach Anwendung knapp werden, zumal hier keine zusätzliche Führungsschiene für einen Polfilter zur Verfügung steht, wie man es von den 100er Filterhaltern kennt. Man denke an eine mit Graufilter erzwungene Langzeitaufnahme, bei der zur Abdunkelung des Himmels und zur Steuerung der Reflexe zusätzlich noch ein Grauverlauf- und ein Polfilter eingesetzt werden sollen. In dem Fall würde man mit zwei Scheiben nicht auskommen. HAIDA hat auch hier mitgedacht und hat zur Ergänzung zwei weitere Slots samt verlängerten Schrauben beigelegt, so dass man bei Bedarf auf drei Filterscheiben erweitern kann. Da sich der Vorbau seitlich der Frontlinse damit um 3,5 mm erhöht, werden wir uns genauer anschauen, ob das ohne Vignettierung abgeht. 

Oben: Zwei kleine Markierungen müssen übereinander liegen, um den Filterhalter aufsetzen oder abnehmen zu können.

Der Filterhalter kann nur aufgesetzt werden, wenn sich die beiden dreieckigen weißen Markierungen auf dem Filterhalter und dem Adapterring exakt gegenüberliegen. In dieser Position greifen dann die drei Nasen des Adapterrings in die Einbuchtungen des Halters und verschwinden durch Verdrehen des Halters in einer verdeckten Führungsschiene. Eine seitlich angebrachte Rändelschraube dient zum Fixieren der gewünschten Position. Das Abnehmen des Halters erfolgt entsprechend umgekehrt. Das Risiko, dass man den Halter unbeabsichtigt in die betreffende Position dreht, ihn dadurch löst und er womöglich mit den teuren Filtern der Schwerkraft folgt, ist im Prinzip nicht ganz auszuschliessen. Allerdings wird man einen derartigen Filteraufbau nicht wild hin- und herdrehen, sondern auf das Motiv abgestimmt kontrolliert einstellen. Zudem kann man den Aufbau so anbringen, dass entweder die Beschriftung oder die Rändelschraube nach oben zeigen und sich auf diese Weise die sicheren Arbeitseinstellungen einprägen. 

Die Filter der HAIDA 150er Serie

Die Filterscheiben bestehen aus etwa 2 mm starkem optischen Glas und werden in edlen, innen gepolsterten Blechdosen geliefert, die perfekt sind für eine sichere Aufbewahrung. Ich liebe diese Dosen, aber sie sind mit 20x17 cm und 1,7 cm Höhe ziemlich groß. Da sie in meinem Fotokoffer zu viel Platz einnehmen, transportiere ich sie separat in zwei Gürteltaschen, die ich früher für 4x5 inch Planfilmkassetten verwendet habe.

Praxistest: HAIDA 150 Filter in der Metallverpackung für das AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape

Oben: Die großformatigen Filterscheiben der 150 mm Serie sind einzeln in Blechdosen mit Schaumstoffeinsatz verpackt.

Mein Basis-Set besteht aus einem Circular-Polfilter, einem ND 3.0 Graufilter und einem Grauverlauffilter 0.9 mit weichem Verlauf, der im Gegensatz zu den beiden anderen nicht quadratisch ist, sondern mit 150x170 mm eine längere Seite hat, um bei der Anpassung des Verlaufs an das Motiv etwas Spielraum zu haben. Zum erweiterten Filterset gehört dann noch ein 0.6 Verlauffilter mit härterem Übergang und ein 0.9 Reversed Grauverlauffilter. Zum Einsatzbereich und Nutzen der diversen Filtertypen habe ich bereits ausführlich geschrieben (siehe "ähnliche Themen" am Ende des Beitrags). Hier soll es jetzt vor allem um das Handling des 150er Systems mit dem 14-24 mm Nikkor gehen. 

Der praktische Einsatz mit dem 14-24er NIKKOR

Wenn man nicht gerade sehr zierliche Hände hat, lassen sich die einzelnen Filterscheiben mit 150 mm Breite noch ganz gut mit einer Hand greifen. Mit der anderen Hand kann man dann am Filterhalter gegenhalten, damit sich beim Einschieben der Scheibe nicht die Ausrichtung der Kamera verändert. Die Slots sind mit Kunststofflamellen ausgestattet, die ein weiches Einschieben der Filter ermöglichen. Dennoch werden die Scheiben in jeder Position sicher festgehalten. Lediglich der erste Slot ist trotz Abstandhalter schwergängig, da der Filter beim Einschieben durch die Moosgummi-Dichtung gebremst wird. Im Prinzip wird die seitliche Lichtabschirmung nur bei sehr langen Belichtungszeiten in deutlich hellerem Umgebungslicht benötigt, wie sie durch die Verwendung eines Big Stoppers (Graufilter mit hoher Dichte) erreicht werden. Sofern also nicht gerade Seitenlicht ungünstig zwischen die Filterscheiben strahlt, verwende ich den ersten Slot nur noch für den Fall, dass ich einen Graufilter einsetze und nutze für die anderen Filter die vorderen Führungen.

Praxistest: HAIDA 150 Filterhalter am AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape
Erfahrungsbericht: Einsetzen des Polfilters in den HAIDA 150 Filterhalter für das AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape

Oben: Das Einsetzen eines Filters geht geschmeidig, wenn man nicht den ersten, mit Moosgummi abgedichteten Slot nutzt.

Polfilter kannte ich bisher nur in runder Bauweise mit einer oder zwei gegeneinander verdrehbaren Scheiben. Der Circular-Polfiter für das 150er System von HAIDA nutzt jedoch die gleichen Slots wie die anderen Fiter und ist daher wie diese quadratisch. Die polarisierende Wirkung funktioniert nur in einer Blickrichtung durch das Glas. Die korrekte Montage wird durch die Beschriftung des Filters mit "Lens side" angezeigt. Der Wirkungsgrad zwischen 0% und 100% liegt innerhalb einer Drehung der Scheibe um 90° (siehe nachfolgende Bilder). Wird der Polfilter allein verwendet, kann man ihn einfach in den Filterhalter einsetzen und den Halter nach Lösen der Feststellschraube drehen, bis im Kamerasucher der gewünschte Effekt erreicht ist. Bei zusätzlicher Verwendung eines richtungsgebundenen Verlauffilters kann man den Filteraufbau jedoch später nicht mehr so ohne Weiteres drehen. Also muss in diesem Fall zunächst die Ausrichtung des Polfilters festgelegt werden, bevor man den Verlauffilter hinzufügt. Letzterer wird sich in den meisten Fällen in vertikaler Laufrichtung am Horizont orientieren. Daher ist dann auch für den Polfilter nur eine rechtwinklige Ausrichtung möglich, also entweder keine oder volle polarisierende Wirkung.

Test: Rechteckiger Polfilter HAIDA 150 in Nullstellung für das AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape

Oben: Polfilter in Nullstellung, d.h. ohne polarisierende Wirkung. 

Unten: Um 90° gedreht bringt der Filter seine volle Wirkung. Allerdings nur in der richtigen Blickrichtung, die Scheibe ist mit dem Vermerk "Lens Side" beschriftet.

Test: Rechteckiger Polfilter HAIDA 150 in 90-Grad-Stellung für das AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape
Test: Verlauffilter 150x170mm HAIDA 150 für das AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape

Oben: Ein Grauverlauffilter 0.9 mit weichem Übergang im Format 150 x 170 mm.

Unten: Der HAIDA Filterhalter, einsatzbereit bestückt mit zwei Filterscheiben. Vorn ist noch ein Slot für einen weiteren Filter frei.

Test: Filterhalter HAIDA 150 mit zwei eingesetzten Filtern am AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED. Foto: bonnescape

Die nachfolgenden Bilder dokumentieren die weitestgehend farbneutrale Wirkung von Polarisationsfilter und Grauverlauffilter. Gegenüber dem ersten Foto, das ohne Filter aufgenommen wurde, zeigt das zweite Bild eine durch den Polfilter intensivierte Farbigkeit, reduzierte Lichtreflexe und einen abgedunkelten Himmel. Je nach verwendeter Brennweite, Aufnahmerichtung und Sonnenstand erfolgt die Abdunkelung des Himmels üblicherweise nicht gleichmäßig, was hier deutlich zu sehen ist. Der Bildwinkel bei 24 mm Brennweite übersteigt unter bestimmten Umständen bereits den Bereich, innerhalb dessen eine Abdunkelung des Himmels durch Polarisierung möglich ist. Der für das dritte Foto hinzugefügte Grauverlauffilter verstärkt diese Wirkung, so dass man in einem derartigen Fall wahrscheinlich von einer kombinierten Verwendung absehen und sich auf den Verlauffilter beschränken würde. Dieser sorgt allein dann für ein harmonischeres Ergebnis (siehe viertes Bild).

Praxistest:  AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED, Bildbeispiel ohne Filter. Foto: bonnescape

Oben: Aufnahme mit dem AF-S Nikkor 2,8/14-24 mm bei 24 mm ohne Filter.

Praxistest:  AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED, Bildbeispiel mit Polfilter. Foto: bonnescape

Oben: Aufnahme mit dem AF-S Nikkor 2,8/14-24 mm bei 24 mm. Reflexminderung und Farbintensivierung mit dem eingesetzten Polarisationsfilter. 

Praxistest:  AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED, Bildbeispiel mit Polfilter und Grauverlauffilter 0.9. Foto: bonnescape

Oben: Aufnahme mit dem AF-S Nikkor 2,8/14-24 mm bei 24 mm mit Polfilter und Grauverlauffilter. Die ungleichmäßig abdunkelnde Wirkung des Polfilters beim Himmel wird durch den Verlauffilter verstärkt.

Praxistest:  AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED, Bildbeispiel mit 0.9 Grauverlauffilter. Foto: bonnescape

Oben: Aufnahme mit dem AF-S Nikkor 2,8/14-24 mm bei 24 mm mit gleichmäßig abgedunkeltem Himmel durch einen allein eingesetzten Grauverlauffilter.

Das schwergängige Einschieben des Graufilters in die erste Führungsschiene hat den Vorteil, dass die Moosgummidichtung lichtdicht abschliesst. Jedenfalls gab es bei den Testaufnahmen trotz intensivem Sonnenlicht keinerlei Probleme mit unerwünschtem Lichteinfall. Der Graufilter ND 3.0 bewirkt eine leichte Farbverschiebung in Richtung Blau sowie eine Vignettierung, die wohl dem im Randbereich längeren Weg des Lichts durch die dunkelgetönte Scheibe zuzuschreiben ist. Beides lässt sich, wenn diese Anmutung nicht gewünscht ist, gut auskorrigieren, sofern man im Raw-Format arbeitet.

Praxistest:  AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED, Bildbeispiel mit ND 3.0 Graufilter. Foto: bonnescape

Oben: Aufnahme mit dem AF-S Nikkor 2,8/14-24 mm bei 24 mm und Blende 2,8 mit einem ND 3.0 Graufilter.

Unten: Zum Vergleich dito ohne Filter.

Praxistest:  AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED, Bildbeispiel ohne Filter. Foto: bonnescape

Das Nikkor produziert auch ohne Vorsätze bei offener Blende und maximalem Bildwinkel (14 mm Brennweite) eine geringe Rand- und Eckenabdunkelung. Aufnahmen mit und ohne Filterhalter zeigen in dieser Hinsicht kaum Unterschiede, solange der Halter rechtwinklig ausgerichtet ist. Selbst drei montierte Slot-Paare verursachen keine zusätzliche Abdunkelung.

Praxistest Vignettierung:  AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED, mit und ohne Filterhalter HAIDA 150. Foto: bonnescape

Bei diagonal aufgesetztem Filterhalter sieht das etwas anders aus. Die zwei standardmäßig für zwei Filterscheiben montierten Slots bewirken in den Ecken, in denen sie positioniert sind (im Beispiel links oben und rechts unten), eine geringfügige Abdunklung. Diese verschwindet ab Blende 5,6. Ist ein zusätzliches Slot-Paar für eine dritte Filterscheibe angebracht, so wird dieses in den betreffenden Ecken abgebildet und wird mit dem Schliessen der Blende schärfer.

Praxistest Vignettierung:  AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED, mit diagonal aufgesetztem Filterhalter HAIDA 150. Foto: bonnescape

Fazit des Praxistests:

Besitzer des AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED müssen keineswegs auf den Einsatz von Filtern verzichten. Die 150 mm Serie von HAIDA bringt die gebräuchlichen Filter in der HAIDA-typischen Top-Qualität auch an dieses Superweitwinkel-Zoom. Die Verarbeitung aller Komponenten ist hervorragend, Befestigungskonzept und Handling orientieren sich in gelungener Weise an den sehr speziellen Bau- und Leistungsmerkmalen des Objektivs. Die Filterscheiben aus optischem Glas verursachen keine oder eine, im Fall des Big Stoppers, nur moderate Farbverschiebung.

Mit den smarten Ideen, die zum Beispiel das 100er System von HAIDA oder die kleineren COKIN-Halter auszeichnen, kann der große Filterhalter indes nicht so ganz mithalten. Das kommt besonders bei Verwendung des Polfilters zum Ausdruck, der die gleichen quadratischen Abmessungen hat wie die anderen Filter und auch die gleichen Führungsschienen beansprucht. Wenn sich im Filterhalter alle Filter gemeinsam drehen, liegt nahe, dass ein Filter, dessen Wirkung auf seiner Drehbarkeit beruht, den Effekt derjenigen anderen Filter beeinflusst, die ebenfalls auf eine bestimmte Laufrichtung angewiesen sind. Eine kombinierte Verwendung ist also zumindest umständlich. Dass auch eine feine Abstufung der Polfilter-Wirkung an Grenzen stösst, zeigt der Umstand, dass die Führungs-Slots vorn am Filterhalter die Bildecken abschatten oder sogar in diese hineinragen, wenn der Halter nicht horizontal oder vertikal ausgerichtet ist. Zumal dann, wenn auch noch ein Verlauffilter mit im Spiel ist, wird man einen Polfilter also überwiegend in 90°-Schritten einsetzen, was einem Wechsel zwischen keiner und voller polarisierender Wirkung entspricht. Eine Einstellung von feinen Zwischenschritten ist also problematisch.

Das ist neben der etwas unhandlichen Größe für mich Grund genug, das Filterset 150 nicht auch an diejenigen Objektive zu adaptieren, die prinzipiell mit kleineren Scheiben auskommen. Da gibt es im Bereich der 100 mm Systeme nicht nur handlichere, sondern auch vielseitigere Lösungen.

Copyright 2018 by Klaus Schörner / www.bonnescape.de

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Kommentare: 2
  • #1

    Manni (Montag, 19 Februar 2018 12:48)

    Hallo Klaus
    Danke für den interessanten Bericht. Mich würde noch interessieren, was man da so an Gewicht mit sich rumschleppt.
    Gruß Manfred

  • #2

    Klaus (admin) (Montag, 19 Februar 2018 13:25)

    Hallo Manfred,
    danke für dein Feedback. Ja, das Gewicht habe ich vergessen zu erwähnen: Filterhalter, Adapter und Konterhülse bringen zusammen rund 260 g auf die Waage, die quadratischen Filter wiegen mit Blechdose je 275 g, der etwas größere Verlauffilter kommt auf 300 g. Mit dem erwähnten Basis-Set (Halter, Pol, Verlauf, Grau) habe ich also rund 1,1 kg mehr dabei, plus Gürteltaschen, aber die wiegen nicht viel.
    LG, Klaus