Dias digitalisieren mit Micro-Nikkor und ES-1

Dias digitalisieren mit Micro-Nikkor und ES-1

Praxisbericht Dias digitalisieren mit Micro-Nikkor und ES-1. Foto bonnescape.de

Es wird Sommer, und erneut hindert mich die Pandemie daran, dem Ruf meines Fernwehs zu folgen. Ich könnte die Zeit nutzen – meine Diasammlung durchsehen – in  Reiseerinnerungen schwelgen. Das wird kein Ersatz dafür sein, sich in exotischen Ländern den Wind um Nase und Kamera wehen zu lassen ...  Aber wollte ich meine Dias nicht schon längst ins digitale Zeitalter transferiert haben, bevor die Bildchen ausbleichen? 

Diejenigen von uns, die sich schon mal mit dem Digitalisieren ihrer Kleinbilddias beschäftigt haben, oder zumindest recherchiert haben, wie man das am besten anfängt, kennen auch die Gründe, die einen dazu bringen, das Vorhaben dann doch noch etwas aufzuschieben. Die spaßbremsenden Probleme sind so vielfältig wie die auf dem Markt erhältlichen Scanner. Bei vielen Geräten sind die Ergebnisse unbefriedigend oder die Scanner zu teuer. Oft ist der Scan-Prozess derart langsam, dass man rechnerisch Jahre brauchen würde, um die ganze Sammlung in Bits & Bytes zu verwandeln. Mitunter sind richtig gute Scanner gebraucht erhältlich, aber so betagt, dass sie noch aus der SCSI-Zeit stammen, so dass sowohl hard-, als auch software-mäßig mit heutigen Rechnern keine Kommunikation mehr zustande kommt. Aber auch der Wunsch, dass der Scanner ganze Diastapel automatisiert abarbeiten möge, während man irgendetwas anderes tun kann, erfüllt sich oft nicht. Die Technik ist beobachtungsintensiv und einzelne Diarähmchen blockieren schon mal gern den Ablauf. Letzteres besonders gerne dann, wenn die Sammlung – wie bei mir –aus einem gemischten Bestand von Papp-, Klapp-, Schnapp- und Glasrähmchen besteht und sich nach jahrzehntelanger Aufbewahrung mittlerweile auch nicht mehr in so jungfräulichem Zustand befindet. Und dann steht am Ende auch noch die Nachbearbeitung der Scans und die Eingliederung in das Bildarchiv, vor denen man durch die schiere Menge der Bilder auch etwas zurückschreckt. Ich behaupte keineswegs, dass es unter den Scannern nicht auch erschwingliche und praktikable Lösungen mit guten Ergebnissen gibt. Ich berichte aber nachfolgend mal über den Weg, den ich zum Digitalisieren meiner Diasammlung gewählt habe.

Der alte Tempelwächter. Diaduplikat mit ES-1, 40 mm DX Nikkor und D500. Foto: Klaus Schörner

Oben: Der alte Tempelwächter auf dem Gunung Arjuno, Ost-Java. Kodachrome-Aufnahme mit der NIKON F4 aus dem Jahr 1993. Tonwert- und Detailwiedergabe bis zum Filmkorn sind bei dem digitalen Diaduplikat gut gelungen. Mehr Details hat das Original auch nicht zu bieten. Nikon D500, AF-S DX Micro-Nikkor 40mm 1:2,8G, ES-1.

Der Diakopieradapter NIKON ES-1

NIKON macht nicht viel Wind um seine Nischenprodukte. Und so war es eher ein Zufall, dass ich auf diese Diahalterung gestoßen bin. Die Idee, dieses kleine Ding vorn an ein für Nahaufnahmen konzipiertes Objektiv zu schrauben und mit meiner Kamera zum Digitalisieren der Dias zu verwenden, war mir sofort sympathisch. Der Vorteil liegt auf der Hand: Mit der Kamera abfotografierte Dias befinden sich von der Aufnahme bis zur Archivierung in meinem digitalen Raw-Workflow. So, als wenn ich sie unterwegs irgendwo frisch aufnehmen würde. Und während ein Scan minutenlang läuft, braucht das Abfotografieren nur den Bruchteil einer Sekunde. Nach kurzer Recherche stoße ich auf zwei Varianten mit unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten:

  • Diakopieradapter ES-1 für einzelne Diarähmchen
  • Adapterset ES-2 für Dias und Filmstreifen

Da es mir ausschließlich um das Digitaliseren meiner Dias geht, habe ich mich für den preisgünstigeren ES-1 entschieden. Die folgenden Ausführungen lassen sich aber größtenteils auch auf den ES-2 übertragen. Bei dem Diakopieradapter handelt es sich im Prinzip um einen durch zwei ineinander gesteckte Röhren in der Länge verstellbaren Tubus. Am einen Ende ist eine Federhalterung angebracht, in die ein Diarähmchen  eingeschoben werden kann. Davor befindet sich außerdem noch eine kleine Mattscheibe aus Acrylglas, die beim Betrachten und Abfotografieren der Bildchen für einen weich ausgeleuchteten Hintergrund sorgt. Mit dem 52mm Gewinde am andern Ende des Tubus kann das ganze Konstrukt in das Filtergewinde eines Objektivs geschraubt werden. Sinn macht das natürlich nur bei Objektiven, die auf den kurzen Abstand, in dem sich das Dia vor der Kamera befindet, fokussieren können und dabei ein Bild liefern, das bis in die Bildecken scharf ist. Das ist bei einigen Micro-Nikkoren der Fall.

Praxisbericht Dias digitalisieren mit Micro-Nikkor und ES-1. Foto bonnescape.de

Welche Objektive passen zum ES-1?

In der NIKON-Peripherie finden sich etliche Micro-Objektive, mit denen man nah ans Motiv herankommt. Dennoch eignen sich nicht alle uneingeschränkt zum Diakopieren mit dem ES-1. Folgende Hindernisse können dabei eine Rolle spielen:

  • Die minimale Naheinstellung reicht nicht aus, um auf das Dia scharfzustellen
  • Der Abbildungsmaßstab passt nicht, um das Dia bildfüllend auf den Sensor zu bringen
  • Das Filtergewinde entspricht nicht dem Tubus-Gewinde des ES-1
  • Vollformat- und APS-C Kameras benötigen unterschiedliche Lösungen

Zur Anpassung von Naheinstellung und Abbildungsmaßstab kann man bei einigen Micro-Nikkoren mit Zwischenringen experimentieren, die man zwischen Objektiv und Kamera einsetzt, um die Bildweite zu erhöhen. Für die Anpassung des Filtergewindes sind Adapterringe erhältlich. Wenn man keine Kompromisse eingehen und den Scan-Vorgang zugleich durch eine automatische  Scharfstellung beschleunigen möchte, bieten sich aber vor allem die folgenden Objektive an, die auch herstellerseitig für diesen Zweck empfohlen werden:


Für Vollformat (FX-Kameras):

•  AF Micro-Nikkor 60 mm 1:2,8D
•  AF-S Micro-Nikkor 60 mm 1:2,8G ED

 

Bei den 60 mm Micro-Nikkoren wird lediglich ein Adapterring wie der Nikon BR-5 benötigt, um das 52 mm Gewinde des ES-1 und das 62 mm Filtergewinde der Objektive zueinander zu bringen.

 

Für APS-C Format (DX-Kameras):

•  AF-S DX Micro-Nikkor 40mm 1:2,8G

 

Das 40 mm DX-Objektiv und der ES-1 haben das gleiche Gewinde und können ohne weiteres Zubehör miteinander verbunden werden. Natürlich lässt sich diese APS-C Lösung auch an Vollformatkameras einsetzen, nutzt aber dann nur den Teil des Sensors, der dem APS-C Format entspricht und erbringt Abbildungen mit entsprechend geringerer Größe. 

Welche Lichtquelle nehme ich zum Diakopieren?

Da die vorgesetzte Acryl-Mattscheibe klein ist und eine hohe Opazität hat, kann man im Prinzip fast jede Lichtquelle nutzen. Die Automatik-Funktionen der Kamera, Weißabgleich und Belichtungsautomatik, werden für einigermaßen korrekte Ergebnisse sorgen. Kamera, Objektiv und Diakopieradapter sind außerdem so fest miteinander verbunden, dass man das Konstrukt zum Abfotografieren auch aus der Hand gegen den Himmel richten kann. Ich bevorzuge allerdings einen festen Aufbau auf dem Tisch und gleichbleibende Lichtverhältnisse. Letztere ermöglichen mir zudem eine kontrollierte Anpassung der Kameraeinstellungen. So kann ich zum Beispiel mit dem Weißabgleich den Farbstich eines Dias kompensieren oder die Farbtendenz nach Geschmack verbessern. Auch das Aufhellen eines zu dunklen Dias ist begrenzt möglich.

Der Aufbau ist denkbar einfach. Meist orientiere ich mich mit der Kamera in Richtung Fenster, um Licht zum Einstellen zu haben. Für die eigentliche Aufnahme nutze ich Blitzlicht. Ich platziere das Systemblitzgerät in etwa 20-30 cm Abstand vor der Kamera und blitze mit aufgestecktem Diffusor direkt in Richtung Mattscheibe des ES-1. Gesteuert wird der Blitz über den Funkauslöser im Hot Shoe der Kamera. TTL-Messung sorgt dabei für die richtige Lichtmenge. Das Einstellen einer Belichtungskorrektur ist sowohl an der Kamera als auch am Funkauslöser möglich. Um jegliche kameraseitigen Farbschwankungen auszuschließen, wähle ich beim Weißabgleich der Kamera die Einstellung "Blitz".

Oben: Mein Aufbau zum Digitalisieren von Kleinbilddias. Diakopieradapter ES-1 mit dem AF-S DX Micro-Nikkor 40mm 1:2,8G an der D500. Beleuchtung durch einen GODOX TT685N, der mit dem Funksender Xpro-N von der Kamera aus gesteuert wird. Bei Vollauflösung haben die Bilder am Ende 20,6 Mp. Mit der Z7 und dem FTZ-Adapter geht das genauso gut. Die Bilder kommen dann auf 19,5 Mp. Dass dabei nur ein Teil des Vollformatsensors genutzt wird, sieht man weder beim Fotografieren noch beim Bildresultat, da die Kamera sich automatisch an das DX-Objektiv anpasst.

Welche NIKON-Kamera ist geeignet?

Grundsätzlich ist jede DSLR und DSLM mit Nikon F-Bajonett geeignet. Bei den DSLM der Z-Serie benötigt man den FTZ-Adapter, um F-Objektive ansetzen zu können. Ob NIKON den Z-Kameras irgendwann ein eigenes Micro-Objektiv spendiert, das mit dem ES-1 zusammenarbeitet, bleibt abzuwarten. Bis dahin müssen wir mit den oben genannten F-Micro-Nikkoren Vorlieb nehmen, die sich aber problemlos adaptieren lassen. Soll bei einer "Z" die automatische Scharfstellung funktionieren, kommen von den drei oben empfohlenen Objektiven allerdings nur die beiden AF-S Exemplare mit integriertem Autofokusmotor in Frage. Bekanntermaßen bieten Z-Kameras keine mechanische Ansteuerung alter Autofokus-Objektive.  

Tipps zum Thema Bildqualität

Beim Duplizieren von Dias findet tendentiell eine Kontrastaufsteilung statt. Nicht immer ist das unwillkommen und normalerweise lässt sich das bei der Nachbearbeitung am Rechner auch gut kompensieren. Wenn man im Raw-Modus fotografiert, sind spätere Korrekturen zudem weitgehend verlustfrei möglich. Bei extrem kontrastreichen Diapositiven, wie zum Beispiel Aufnahmen mit Kodachrome-Film bei Mittagssonne in den Tropen (siehe Bildbeispiel unten), ist es gut, schon in der Kamera etwas gegenzusteuern. Im Fotoaufnahme-Menü der Kamera reduziere ich dazu im Menüpunkt "Picture Control" den "Globalen Kontrast" um 2 Teilstriche. Den "Detailkontrast" belasse ich auf dem Standardwert, da andernfalls die Bildschärfe abnimmt. Mit dieser Kontrastanpassung und der Belichtungskorrektur stelle ich sicher, dass zunächst mal das gesamte Tonwertspektrum der Vorlage erfasst wird. Das Fine Tuning erfolgt dann später am Rechner.

Dias digitaliseren mit dem Nikon ES-1: Einstellungen im Kameramenü beim Duplizieren kontrastreicher Diapositive. Foto: bonnescape.de

Oben: Einstellungen im Kameramenü beim Duplizieren kontrastreicher Diapositive. Die Blitzstärke stelle ich am Funksender (oder alternativ an der Kamera) so ein, dass alle Tonwertstufen des Dias in das Histogramm passen.

Ob Pappe oder Plastik, dünn oder dick, mit oder ohne Glas, die Klammern des ES-1 sind flexibel und fassen alles, was ich an unterschiedlichen Diarähmchen habe. Unter Glas gerahmte Diarähmchen sind häufig mit einem Anti-Newton-Glas versehen, das eine Strukturierung hat, damit der glatte Filmträger nicht flächig anliegt. Beim Abfotografieren sollte dieses Glas in Richtung Mattscheibe zeigen, damit die Struktur nicht mit aufs Bild kommt. Aus dem gleichen Grund ist dann auch am Objektiv eine offene Blende von Vorteil. Dagegen liegen Dias in Klapp- und Schnapp-Rähmchen ohne Glas häufig nicht ganz plan. Der Wölbung des Films kann man dadurch begegnen, dass man die Tiefenschärfe durch Schließen der Blende erhöht. Freilich nicht bis zum Anschlag, da bei den kleinsten Blendenöffnungen die Gesamtschärfe des Bildes wieder abnimmt. Papprähmchen hatten damals den Vorteil, dass sie ohne schärfeminderndes Glas eine gute Planlage erreichten, weil das Dia zusätzlich durch Klebestreifen gehalten wurde. Bei mehrere Jahrzehnte alten Rahmungen ist dieser Kleber heute meist nicht mehr wirksam, so dass die Dias im Rahmen verrutschen und vor dem Duplizieren am besten zunächst umgerahmt werden.

Oben: Aufnahme von einem 30 Jahre alten Kodachrome 200 Diapositiv, das mit dem oben gezeigten Aufbau digitalisiert wurde. Das Foto zeigt die Brücke über den Fluss Krasak nahe der Kleinstadt Tempel in Zentraljava im Jahr 1991, wenige Tage nach dem verheerenden Tanklaster-Unfall, bei dem die große Hitzeentwicklung zum Einsturz der Brücke geführt hatte.

Praxisbericht Dias digitalisieren mit Micro-Nikkor und ES-1. Ausschnitt mit Filmkorn. Foto bonnescape.de

Oben: Der Ausschnitt zeigt die Schärfewiedergabe bis hin zur Kornstruktur des Films.

Der provisorische Übergang über den Fluss Krasak, nachdem die Brücke infolge des Tanklasterunfalls von 1991 eingestürzt war. Copyright: Klaus Schörner

Oben: Schnell wird ein provisorischer Übergang über den Krasak geschaffen.

Man muss keine super-hochauflösende Kamera haben, um analoge Kleinbilddias in verwendbare digitale Bilder zu verwandeln. Das geht auch mit den 6 Megapixeln einer alten D100. Natürlich liefern eine D850 oder eine Z7 größere Bilder. Es ist allerdings ein Irrglaube, dass die 45 Megapixel-Dateien dann auch mehr Bildinformation beinhalten. Ein technisch gutes, einigermaßen feinkörniges Kleinbilddia, das mit einem Film mittlerer Empfindlichkeit aufgenommen wurde, findet in einem 12-Megapixel-Duplikat eine adäquate digitale Wiedergabe und lässt sich qualitativ hochwertig im Format Din A4 drucken. Will man größer drucken, verringert eine höhere digitale Auflösung zwar die sichtbare Verpixelung, die zugrundeliegende, ehemals analoge Bildinformation inklusive der Filmkörnung wird dadurch aber nicht besser. Man wird nur so viele Details sehen, wie der Film sie aufzeichnen konnte, nur eben mit mehr Pixeln wiedergegeben. Ob es vor diesem Hintergrund Sinn macht, sich die Festplatte mit riesigen Duplikaten kleiner analoger Aufnahmen zu füllen, muss jeder selbst entscheiden.

Es macht auch keinen Unterschied, ob ein Diapositiv mit einem Vollformat- oder einem APS-C-Sensor digitalisiert wird. Die Annahme, dass man ein Kleinbilddia am besten mit einem gleich großen Sensor aufzeichnet, trifft nicht zu, weil analoge und digitale Auflösung zu unterschiedlich sind, als dass die Größe des Bildträgers miteinander korrespondieren würde. Zudem ist die Auflösung eines Sensors unabhängig von seiner Größe. So lange die Beleuchtung hell genug ist, so dass kleinere Sensoren kein Rauschen produzieren, wird man später keinen Unterschied sehen. Generell wird die Grenze des Darstellbaren weniger durch die Digitalkamera als durch die Beschaffenheit der analogen Vorlage bestimmt.

Gruppe von Einheimischen in einer engen Hütte. Cirebon/Indonesien, 1993. Foto: Klaus Schörner

Oben: Selbst stark unterbelichtete, farbstichige Dias, die sich mit analogen Mitteln nicht verwenden lassen, können durch behutsame Tonwert- und Schärfebearbeitung und Umwandlung in Schwarzweiss digital gerettet werden.

Fazit:

Es ist ein angenehmes Arbeiten mit dem ES-1 und den beschriebenen Objektiv/Kamera-Komponenten und die Ergebnisse sind dank der hervorragenden Qualität der Micro-Nikkore sehr gut. Beim Abfotografieren eines Dias sieht man die Aufnahme sofort im Kamerasucher oder am Monitor, kann im Lifeview hineinzoomen, gegebenenfalls Einstellungen vornehmen und das Bild im Bruchteil einer Sekunde aufnehmen. Die Übertragung zum Rechner erfolgt dann in Echtzeit per Kabel oder später per Kartenlesegerät. Dort durchlaufen die Diaduplikate in Lightroom den gleichen, teilweise automatisierten Bearbeitungs- und Archivierungsprozess wie meine regulär fotografierten Bilder.

Allerdings braucht auch das Abfotografieren einer Diasammlung seine Zeit. Wenn ich flott mache und mich nicht zu lange mit dem Betrachten der Bilder aufhalte oder zu oft Individualeinstellungen ändere, brauche ich für ein Carousel mit 80 Dias knapp 1,5 Stunden. Dabei ist nur das Ausrichten  jedes einzelnen Diarähmchens umständlich. Ich versuche die Vorlagen randgenau aufzunehmen, um einerseits keine Bilddetails durch Beschnitt zu verlieren und um mir andererseits das nachträgliche Ausrichten und Beschneiden am Rechner zu ersparen. Das gelingt nicht immer, denn bei dunklen Aufnahmen sieht man kaum, wo das Dia aufhört und der Rand des Sucherbildes anfängt. 

Dennoch bin ich mit dieser Lösung zur Digitalisierung meiner Diasammlung zufrieden. Nicht zuletzt hielten sich auch die Kosten sehr im Rahmen und liegen deutlich unter denen eines guten Scanners. Kamera und Blitzgerät waren schon vorhanden und für den ES-1 und das 40 mm Micro-Nikkor fielen zusammen weniger als 400 € an. Das Objektiv ist außerdem auch noch für andere Einsatzzwecke gut und liefert als super-leichtgewichtige Mini-Telebrennweite nicht nur im Nahbereich eine sehr gute Bildqualität.

Copyright 2021 by Klaus Schörner / www.bonnescape.de

Hinweis: Mein Bericht gibt unbeeinflusst meinen Eindruck von und meine Erfahrungen mit den beschriebenen Produkten wieder. Außer der Tatsache, dass ich Fotogeräte dieser Marke einsetze, habe ich keine Verbindung zur Firma Nikon, erhalte von niemandem irgendeine materielle Vergütung für diesen Bericht und habe die hier beschriebenen Geräte zum ganz normalen Preis im Fotofachhandel gekauft. 


Beiträge mit ähnlichen Themen:

Werbung



Kommentar schreiben

Kommentare: 6
  • #1

    B.Servicer (Freitag, 28 Mai 2021 10:54)

    Grüß Gott, Herr Schörner. Danke für den Hinweis auf dieses mir bisher nicht bekannte Produkt und die einfache und logische Arbeitsweise. Ich habe den Kauf eines billigen Rollei DFS110 bereut und 2200 Euro für einen Reflecta Digitdia war mir zu viel Geld für das Thema. Mit Scannern in der Mittelklasse hatte ich nach den schlechten Erfahrungen Bedenken. Die Rezensionen sind da auch nicht durchweg positiv. Ich fotografiere mit Fujifilm-Kameras, nenne aber auch eine D7500 mein eigen. Ein geeigneter Blitz wird sich auch finden. Daher bin ich gewillt, den von Ihnen vorgeschlagenen Weg einmal auszuprobieren.
    Grüße

  • #2

    Klaus (admin) (Samstag, 29 Mai 2021 09:01)

    Danke fürs Feedback. Ich freue mich, wenn der Beitrag für Sie nützlich war. Viel Erfolg!

  • #3

    Dierk (Samstag, 12 Juni 2021 23:03)

    Hallo Klaus,
    aus vielen Jahrzehnten habe ich endlose Dias und noch mehr Negative (5 Leitz Ordner voll)

    vor vielen Jahren (15+) hatte ich einen einfachen Canon Film/Diascanner. Der war aber in der Dynamik oft überfordert.
    Seit einigen Jahren habe ich einen Espson V800 und nutze den manchmal zum Digitalisieren von Farbnegativen. Die Einstellung des passenden Films und die automatische Staubentfernung ist schon sehr hilfreich. Meistens fotografiere ich aber ab, anfangs mit der Sony und einem Nikon Balgengerät mit Vergößerungsobjektiv und als Lichtquelle Nikon SB800 (fast wie auf deinem Bild).

    Dann habe ich preiswert einen Multiblitz Diaduplikator mit zugehörigem Reproständer ergattert. Der eingebaute Blitz war nicht einstellbar und so habe ihn entkernt und unten einen TTL Blitz für die Sony reingesteckt. Super praktisch ist der Diahalter, Dia reinigen, rauf legen und auslösen.
    Bei Filmstreifen (KB und 120) mache ich es noch anders. Ich habe mir die Filmhalter für den Epson 700 (für ca. 20€) gekauft (die vom V800 sind unbrauchbar). Als Lichtquelle nutze ich eine Kaiser Slimlite Plano Leuchtplatte. Die ist A4 groß und ich kann ganze A4 Filmtaschen zur Archivierung damit abfotografieren und finde jetzt mit entsprechenden Keywords in Lightroom meine Negative sofort!!

    Zum Digitalisieren nutze ich die Sony 6000 oder A7RII (je nach gewünschter Auflösung) mit dem 60mm Leica R Makro an dem Reproständer mit TTL Automatik, wegen möglicher Reflexionen in verdunkeltem Raum (Bad auf einer Platte über dem Waschbecken). Schneller geht kaum, ein Filmstreifen mit 6 Aufnahmen in 20-30 Sekunden. So auch mit 6x6, 6x17 und 4x5 Negativen. Wenn ich später von bestimmten Aufnahmen eine höhere Auflösung brauche (z.B. von 4x5) kann ich Teilaufnahmen (ohne TTL!) machen und stitchen, so ist jede gewünschte Auflösung machbar!

    Das ist nun sehr lang geworden, aber vielleicht interessiert es ja jemanden :)
    VG Dierk

  • #4

    Klaus (admin) (Sonntag, 13 Juni 2021 10:06)

    Hallo Dierk,
    danke für deine ausführliche Schilderung. Dein Abfotografieren mit Reproständer ist der Klassiker, würde ich sagen, und ist eine probate Möglichkeit für alle Filmformate. Auf ähnliche Weise haben wir vor 30 Jahren schon in der Dunkelkammer Duplikate und Internegative auf Kleinbildfilm hergestellt. Man kann auch einen analogen Vergrößerer entsprechend als Reprogerät umbauen.
    Den V800 habe ich auch und nutze ihn zum Scannen meiner Roll- und Planfilme. Für Kleinbildnegative finde ich ihn weniger gut und für gerahmte Kleinbilddias gar nicht geeignet. Nicht, dass man damit nicht auch zu brauchbaren Ergebnissen käme ..., aber das Handling ist umständlich, die Scanauflösung ist mir für die kleinen Bildchen nicht hoch genug und die Planlage und Staubfreiheit sind viel problematischer als bei größeren Formaten. Zum hybriden Workflow mit dem V800 werde ich in absehbarer Zeit hier im Blog auch noch berichten.
    LG, Klaus

    P.S.: Du hast ein ansprechendes Flickr-Portfolio!

  • #5

    Peter (Mittwoch, 30 Juni 2021 15:11)

    Hallo!

    Ich benutze den ES-1 an einer Fuji X-T2 mit XC-16-50 Kitzoom und Zwischenringen. Die Ergebnisse stehen denen eines semiprofessionellen Scanners in nichts nach. Außerdem kann ich Belichtungsreihen machen und später die Bilder zusammenfügen, ganz nach Erfordernis oder Laune. Unschlagbar günstig ist das ganze auch noch.

  • #6

    Klaus (admin) (Donnerstag, 01 Juli 2021 07:09)

    Hallo Peter,
    interessante Kombi, danke für den Hinweis. Die Zoom-Range unterstützt vermutlich die exakte Anpassung der Diagröße an das Aufnahmeformat. Mit einer nicht dafür vorgesehenen Festbrennweite kann das u.U. problematisch sein, da man zur Anpassung nur die Bildweite und den Abstand zum Dia verändern kann.
    VG, Klaus