Pixelwahn

Wie viele Pixel braucht meine Kamera?

Bapak Reja und eine Frau sitzen vor ihrem Haus. Copyright 2009 by Klaus Schoerner

Kaum hat man eine Kamera erworben, ist sie schon wieder Alt-Metall (oder Alt-Plastik, je nachdem ...) In immer kürzeren Zeitabständen werfen die Hersteller neue Produkte auf den Markt und nicht selten setzen die vorgestellten Kameras neue Maßstäbe in Sensor-Auflösung, Bildqualität und High-ISO-Fähigkeiten. Fotogeräte werden in einer Geschwindigkeit ausgereifter, perfekter und spezialisierter, die mitunter atemberaubend ist. 

Das macht Spaß und ermöglicht in vielen Spezialgebieten hervorragende Fotos, die früher so nicht möglich gewesen wären. Es stellen sich aber mitunter zwei Fragen: Wohin mit dem ganzen veralteten Kamerakram? ... und ... Wie viel Technik ist wirklich nötig, um "unter Normalbedingungen" gute Fotos zu machen?

In vielen Haushalten sieht es wohl ähnlich aus wie bei mir: Eine einigermaßen aktuelle digitale Kompaktkamera liegt griffbereit und ein älteres Modell liegt im Handschuhfach meines Autos für die Dokumentation eines eventuellen, hoffentlich nie stattfindenden Unfalls. Irgendwo in den Schubladen oder Schränken liegen noch zwei weitere ausgemusterte Kompakte, die prinzipiell auch noch verwendbar sind, falls nicht inzwischen die Batterien ausgelaufen sind, die ich vergessen habe herauszunehmen. Und wahrscheinlich werde ich mit etwas Suchen auch noch auf eine alte Sofortbildkamera und ein oder zwei (oder auch mehr) analoge Kameras stossen. All diese waren zu einer Zeit, die gar nicht so lang zurückliegt, mal Objekt der Begierde und Stand der technischen Entwicklung. Heute liegen sie nur noch rum. Was mache ich mit den alten Dingern? Ich kann keine Kameras wegschmeissen. Das widerstrebt meiner Natur. Ich weiss aber auch niemanden, der sie geschenkt haben möchte. Die meisten fotografieren heute sowieso mit ihren Handys. Vielleicht per Online-Auktion verkaufen? Der zu erwartende Erlös rechtfertigt kaum den Aufwand.

Ich greife mir mal eine, die Powershot G5 von CANON. Als sie 2003 für einen Straßenpreis von knapp 700 € auf den Markt kam, galt sie als High End Modell im Segment der Kompaktkameras und überraschte mit ihrem kantigen Gehäuseblock im matt-schwarzen Profi-Look. Ich muss zugeben, das klare Design und die Platzierung der Bedienelemente spricht mich auch heute noch an. Der Blick auf den damals bereits ausklappbaren, aber winzigen Mäusekino-Monitor auf der Kamerarückseite lässt mich aber fast zweifeln: Das soll wirklich mal Stand der Digitalkamera-Technik gewesen sein? Kaum möglich, damit ein Bild zu beurteilen. Und doch ..., ein paar Jahre zuvor hatten wir noch mit analogen Kameras völlig ohne Monitor fotografiert und auch tolle Ergebnisse zustande gebracht.

Draussen ist schönes Wetter. Ich nehme die G5 jetzt einfach mal mit auf einen Spaziergang mit dem Hund und mache ungezwungen ein paar Bilder ...

... Das Ergebnis seht Ihr unten. Bei hellen Lichtbedingungen und Ausdrucken bis maximal Postkartengröße ist die G5 auch nicht schlechter als aktuelle Knipsmaschinen und die 5 Megapixel reichen aus für Monitoransicht und Ausdrucke in sehr guter Qualität bis 13x18 cm Größe. Das war wie ein Nostalgie-Trip und hat richtig Spass gemacht. Und nach wie vor gilt die Regel: Die beste Kamera ist nicht der Pixel-Bolide zuhause, sondern die, die man tatsächlich dabei hat.

Testfoto Bagger mit der CANON Powershot G5, 5 Megapixel reichen für viele Zwecke aus.

Oben: Dieses 5 Megapixel große, knackig scharfe Foto aus der CANON G5 lässt sich bis zu einer Größe von 13x18 cm in sehr guter Qualität drucken. Wie oft benötigt man wirklich mehr?

Test: Die CANON G5 von 2003, Frontansicht.
Test: Auch heute noch gute Bilder mit der CANON G5 von 2003.

Copyright 2017 by Klaus Schörner / www.bonnescape.de


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Kommentare: 5
  • #1

    Frank (Dienstag, 03 Oktober 2017 10:17)

    Ich mach den Pxelhype schon lange nicht mehr mit. Ich fotografiere wieder analog. Und wenns mal schnell gehen muss, habe ich eine Nikon D200 bereitliegen.
    Schönen Feiertag!
    Frank

  • #2

    Andreas (Donnerstag, 12 Oktober 2017 10:43)

    850 ade?

  • #3

    Klaus (admin) (Donnerstag, 12 Oktober 2017 12:32)

    @Andreas
    :-) Nicht unbedingt. Alles hat seinen speziellen Einsatzzweck.

  • #4

    Jörg (Sonntag, 25 Februar 2018 16:01)

    Meine Lieblingskamera war sehr lange die Nikon Coolpix 990. Und wenn ich im Schaufenster eine Rollei 4x4 sehe, frage ich mich, wieso gibt es sowas nicht als Digi.

  • #5

    Klaus (admin) (Montag, 26 Februar 2018 10:44)

    @ Jörg: Stimmt. Zumal die auch kompakt genug wäre. Manche Kamerakonzepte, mit denen man sehr gut Bilder gestalten konnte (wie Zweiäugige und/oder das quadratische Bildformat) haben es leider nicht richtig in das digitale Zeitalter geschafft. Meine RX100 kann man übrigens per Menüeinstellung mit quadratischem Bildformat betreiben. Mit nach oben geklapptem Monitor ist das fast wie mit einem Schachtsucher. Ich setze das tatsächlich häufiger ein. :-)